Herzgesundheit in MV : Sommerzeit lässt Infarktzahl steigen

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Generell ist es in Mecklenburg-Vorpommern um die Herzgesundheit schlecht bestellt

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26. März 2016, 09:00 Uhr

So richtig ins Herz geschlossen haben die Deutschen die Sommerzeit nie. Jetzt stellt sich heraus: Die Zeitumstellung in der Nacht zu morgen , bei der die Uhren eine Stunde vorgestellt werden, macht auch noch krank – unter anderem das Herz. Nach Statistiken der DAK-Gesundheit häuft sich deutschlandweit in den ersten drei Tagen der Sommerzeit die Zahl der Herzinfarkte. Sie lag in den letzten zehn Jahren in diesem Drei-Tages-Zeitraum jeweils um 20 Prozent höher als an anderen Tagen des Jahres. Das trifft Mecklenburg-Vorpommern besonders, weil die Infarkthäufigkeit, vor allem aber die Häufigkeit tödlicher Infarkte, hier über dem Bundesdurchschnitt liegt. Während deutschlandweit von 100 000 Einwohnern 64 einen Herzinfarkt nicht überleben, sind es in MV 77.

Generell ist das Risiko, an einer Herzkrankheit zu versterben, dem Bericht zufolge geografisch sehr ungleich verteilt. Mecklenburg-Vorpommern liegt im Ranking der Bundesländer hinter Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen auf Platz vier. Am niedrigsten ist die Sterblichkeit in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg sowie in Baden-Württemberg. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK), die den Herzbericht herausgibt, führt das zum einen auf die dort sehr viel größere Ärztedichte zurück. Während hierzulande ein Kardiologe für 34 024 Einwohner zuständig ist – nur in Thüringen mit 34 786 ist der Wert noch größer –, kommen beispielsweise in Hamburg auf einen Herzspezialisten nur 18 955 Einwohner.

Der größte Teil der Herzpatienten in Deutschland ist über 65 Jahre alt. Dieser Bevölkerungsanteil ist in MV mit 22,8 Prozent relativ groß und wird Prognosen zufolge bis zum Jahr 2030 auf 33,7 Prozent deutlich ansteigen – auch das ist eine Erklärung für die hohe Herzerkrankungs-Rate in MV. Sie lässt sich aber auch darauf zurückführen, dass Risikofaktoren hier besonders ausgeprägt sind: 13,2 Prozent der Einwohner sind Diabetiker (Bundesdurchschnitt 11,4), knapp ein Drittel aller Mecklenburger und Vorpommern rauchen (32,2 Prozent, Bund 26,5), ein Viertel ist krankhaft übergewichtig (25,2 Prozent, Bund 22,8) ein Drittel leidet an Bluthochdruck (32,4 Prozent, Bund 25,6).

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