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Arbeitsmarkt im Juli : Sommerflaute treibt Arbeitslosenzahl in die Höhe

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Nach der gekürzten Fortzahlung des Arbeitslosengeldes für Existenzgründer machen sich deutlich weniger Mecklenburger mit Finanzhilfe selbstständig. In Brandenburg ist die Zahl der Jobsuchenden gestiegen.

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erstellt am 31.Jul.2013 | 10:17 Uhr

Schwerin | Klamme Kassen für Firmengründer: Nach der um drei auf sechs Monate gekürzten Fortzahlung des Arbeitslosengeldes für Existenzgründer machen sich deutlich weniger Frauen und Männer in MV mit Finanzhilfe der Arbeitsverwaltung selbstständig. Derzeit erhalten nur noch 762 Personen einen Monatszuschuss von 300 Euro - vor einem Jahr waren es mehr als doppelt so viele. Zwar sei die Fortzahlung des Arbeitslosengeldes reduziert worden, der monatliche Zuschuss von 300 Euro könne aber bis zu 15 Monate lang gewährt werden. "Die Anschubfinanzierung soll helfen, die Existenz in der Anfangsphase zu sichern", sagte die Chefin der Arbeitsagentur Nord, Margit Haupt-Koopmann, gestern in Schwerin. Inzwischen zeige die Tendenz wieder nach oben.

Haupt-Koopmann mahnte eine gute Vorbereitung für den Schritt in die Selbstständigkeit an. "Die Geschäftsidee muss tragen, die Finanzierung gut durchgerechnet sein", sagte sie. Erhebungen zufolge seien rund 80 Prozent der Existenzgründer auch nach eineinhalb Jahren noch am Markt und hätten im Schnitt etwa zwei Arbeitsplätze geschaffen. Doch nicht immer stehe am Ende der Erfolg. So bezögen in MV 3000 frühere Existenzgründer zur Existenzsicherung Aufstockungsmittel von der Arbeitsagentur. Die Startförderung erhalte nur, wer als Arbeitnehmer nicht in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung vermittelt werden könne. "Wer also einen Mangelberuf hat, etwa in den Bereichen Heizung, Lüftung, Klima, Elektro, oder Metallbauer ist, der kann nicht auf Hilfe der Arbeitsagentur hoffen, wenn er seine eigene Firma aufmachen will", sagte Agenturchefin.

Indes hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in MV im Juli gefestigt. "Wir haben eine saisontypische, stabile Entwicklung", sagte Haupt-Koopmann. Die Arbeitslosenquote in MV erreichte 10,7 Prozent, 0,5 Prozentpunkte unter der des Vorjahresmonats. In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli im Vergleich zum Vormonat Juni und zum Juli 2012 hingegen leicht auf 2 914 000 gestiegen.

Nach Einschätzung Haupt-Koopmann könnte in MV die Quote im Herbst erstmals unter die Zehn-Prozent-Marke fallen. "Die Bauwirtschaft verbreitet nach dem schwierigen Start ins Jahr zunehmend Optimismus, der Tourismus entwickelt sich gut. Wenn die Entwicklung weiterhin stabil verläuft und wir einen goldenen Oktober bekommen, dann ist es nicht abwegig, unter zehn Prozent zu kommen", sagte sie. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim lag im Juli mit 8,3 Prozent bereits deutlich darunter. Vorpommern-Greifswald verzeichnete hingegen mit 13,2 Prozent die landesweit höchste Quote.

Arbeitsmarkt in der Prignitz stagniert im Juli

Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im Juli in der Prignitz so gut wie nicht verändert, teilte die regionale Arbeitsagentur gestern mitteilte. Sie sank lediglich um elf Personen auf jetzt 5199 Arbeitslose. Damit beträgt die Arbeitslosenquote weiter 12,5 Prozent. In Brandenburg hingegen hat die Sommerflaute auf dem Arbeitsmarkt die Zahl der Jobsuchenden steigen lassen. Im Juli waren 128 596 Brandenburger arbeitslos gemeldet. Das waren 1706 mehr als einen Monat zuvor, aber 5019 weniger als im Juli 2012. Die Arbeitslosenquote lag bei 9,6 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte über dem Juni-Wert. Gegenüber dem Vorjahr sank die Quote um 0,4 Prozentpunkte. priSeite 5

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