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Mecklenburg-Vorpommern

15. Dezember 2017 | 19:09 Uhr

Tourismus : Sommer-Rekord in MV?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neue Bestmarke bei Übernachtungen in Reichweite. Beliebteste Region war die Ostseeküste

Die Tourismussaison in Mecklenburg-Vorpommern könnte in diesem Jahr die erfolgreichste in der Landesgeschichte werden. Die Jahresbestmarke von 28,4 Millionen Übernachtungen aus dem Jahr 2009 sei in Reichweite und könnte sogar übertroffen werden, betonte Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe (CDU) gestern in Wismar.

Durchschnittlich waren in diesem Sommer die Betriebe zu 90 Prozent ausgelastet und somit sechs bis acht Prozent mehr als im Vorjahr. Mit mehr als elf Millionen Übernachtungen konnte das Land bereits von Januar bis Juni eine erste Rekordzahl erreichen. Ein Grund dafür sei sicher das im deutschlandweiten Vergleich sehr gute Wetter gewesen. „Mittlerweile ist Mecklenburg-Vorpommern als das ’Land des Sonnenscheins bekannt’“, so Glawe. Dies werde aber auf den Wetterkarten von Deutschland zu wenig dargestellt, kritisierten die Touristiker.

Alle Vertreter der Branche hofften nun auf einen schönen Herbst.„Gleichzeitig war die Campingbranche so erfolgreich wie seit Jahren nicht mehr“, sagte Glawe. Sie hätte hauptsächlich vom guten Wetter in der Vor- und Hauptsaison profitiert. Im ersten Halbjahr wurden fast 20 Prozent mehr Übernachtungen als im gleichen Zeitraum 2013 gezählt.

In den Sommerferien hätten viele Plätze „ausgebucht“ vermeldet. Das zeige, dass in diesem Bereich die Qualität deutlich zugelegt habe. Trotzdem habe sich der enge Ferienzeitraum von 71 Tagen negativ auf Geschäfte, Verkehrssituation und Belastung der Mitarbeiter ausgewirkt, sagte Verbandspräsident Jürgen Seidel. Mehrere 100 000 Übernachtungen und bis zu 50 Millionen Euro Einnahmen könnten der Branche entgangen sein. Eine weitere, allerdings kleinere Delle habe die Fußball-WM verursacht. Viele Menschen etwa in den Ballungsräumen hätten dann von kurzfristigen Reisen an die Küste abgesehen und sich entschlossen, die Spiele lieber zu Hause anzuschauen.

Laut Seidel hat sich MV im Tourismus ein Image erworben, das es zu bewahren gilt. Die Frage sei, ob es nötig sei, sechs Kilometer vor Tourismushochburgen Windparks zu bauen. Er zeigte sich sicher, dass sich die Probleme in den kommenden Monaten mit Gesprächen lösen ließen.

Die beliebteste Region im ersten Halbjahr sei mit rund 3,2 Millionen Übernachtungen die Mecklenburgische Ostseeküste gewesen, gefolgt von Rügen und Hiddensee mit rund 2,2 Millionen Übernachtungen. Dies bedeutete Zuwächse von 5,1 beziehungsweise 4,8 Prozent. „Die Investitionen und die Werbung des Landes als Familienland haben sich ausgezahlt und werden immer besser angenommen“, sagte Glawe. Zudem konnten von Januar bis Ende Juni 10,8 Prozent mehr ausländische Gäste als noch im Vorjahr verbucht werden. Sie kamen vorrangig aus den Niederlanden, Dänemark und Schweden.

Allerdings habe MV im Vergleich zu anderen Bundesländern immer noch recht wenig ausländische Gäste. Im Nordosten liege die Quote bei drei Prozent, der deutsche Schnitt dagegen bei 15 Prozent.

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