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Mission beendet - Appell in Hagenow : Soldaten zurück aus Afghanistan

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2000 Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 "Vorpommern" waren in den vergangenen 15 Monaten im Norden Afghanistans im Einsatz. Mit einem Appell in Hagenow beenden sie heute ihren Einsatz.

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erstellt am 17.Apr.2013 | 07:18 Uhr

Hagenow | Mehrere Schutzengel muss die 3. Kompanie des Hagenower Panzergrenadierbataillons am 5. Oktober 2012 gehabt haben. Die Mecklenburger sollten Begleitschutz für einen amerikanischen Konvoi leisten, der eine wichtige Verbindungsstraße im Norden Afghanistans prüfte. Die Explosion einer Sprengfalle verletzte fünf Amerikaner. Plötzlich lagen auch die Hagenower unter Beschuss. "Alles was man sich denken kann, Handfeuerwaffen, Panzerfäuste sogar Mörser kamen zum Einsatz", erinnert sich Bataillonskommandeur Andreas Kühne. Erst nach sechs Stunden war das Gefecht beendet. Von den Deutschen wurde niemand getötet oder verletzt.

Die Mission ist vorbei. Mit einem feierlichen Appell in der Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne in Hagenow beenden heute die Bundeswehreinheiten aus Mecklenburg-Vorpommern ihren Einsatz im Norden Afghanistans. Insgesamt 2000 Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 "Vorpommern" waren abwechselnd in den zurückliegenden 15 Monaten in den Orten Kunduz und Mazar-e Sharif im Einsatz. Bis Juni 2012 stellten vor allem die Standorte Torgelow und Viereck (Landkreis Vorpommern-Greifswald) das Einsatzkontingent. Später wurden sie von den Hagenowern abgelöst.

25 Einsatzmedaillen für Tapferkeit im Gefecht werden beim Appell verliehen. Das Wichtigste ist jedoch, dass keiner der Soldaten der Panzergrenadierbrigade in Afghanistan getötet oder durch Feindeinwirkung verwundet wurde. Nach offiziellen Angaben der Bundeswehr fielen seit 2002 bislang insgesamt 34 deutsche Soldaten durch feindliches Feuer in Afghanistan. 18 starben bei Unfällen.

Zu den Aufgaben der Panzergrenadiere in ihrem Auslandseinsatz gehörten der Schutz der Zivilbevölkerung, die Ausbildung der afghanischen Armee und die Stabilisierung der Region. Die Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 werden durch andere Bundeswehreinheiten ersetzt. Die Truppenpräsenz soll 2014 beendet sein. Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der das Grußwort auf dem Appell spricht, wird in seiner Rede an den Grund des Einsatzes erinnern: "Sie dienen dort der Sicherheit Deutschlands, damit unser Land seine international zugesagten Verpflichtungen erfüllt. "

Der Afghanistan-Einsatz ist in der Schweriner Regierungskoalition allerdings umstritten. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat mehrfach offen den Rückzug der Bundeswehr gefordert: "Aus meiner Sicht sollten wir aus Afghanistan so schnell wie nur irgend möglich raus." Krieg sei aus seiner Sicht keine Lösung des Problems. "Die militärische Logik geht nicht auf", so Sellering.

Er erinnerte daran, dass mehr als zwei Drittel der Deutschen dem Afghanistan-Einsatz ablehnend gegenüber stehen. Allerdings stieß seine Äußerung auch in der SPD-Führung auf Kritik.

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