Boizenburg : Solarpark geht Ende Juni ans Netz

So weit das Auge reicht erstrecken sich die Unterkonstruktionen für die Solarmodule an der Bundesstraße 5.
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So weit das Auge reicht erstrecken sich die Unterkonstruktionen für die Solarmodule an der Bundesstraße 5.

Die Sonne brennt auf die Wiesenflächen links und rechts der Bundesstraße 5, grell wird ihr Licht von den silberfarbenen Aluminium-Ständerwerken reflektiert, die seit Anfang Mai hier aufgebaut wurden.

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25. Mai 2012, 05:48 Uhr

Boizenburg | Die Sonne brennt auf die Wiesenflächen links und rechts der Bundesstraße 5, grell wird ihr Licht von den silberfarbenen Aluminium-Ständerwerken reflektiert, die seit Anfang Mai hier aufgebaut wurden. Bereits in rund drei Wochen, in der vorletzten Juni-Woche, sollen hier der Solarpark Boizenburg I, unweit des Klärwerkes, und sein "großer Bruder", der Solarpark Boizenburg II, an der Straße Lindhorst gelegen, in Betrieb genommen werden. Auf insgesamt 15 Hektar Land werden die Projektentwickler der Unternehmen "New Dev Projects GmbH " aus Hamburg und "Eepro" aus dem bayrischen Simbach, die die Solarparks gemeinsam realisieren, bis dahin rund 27 000 Solarmodule aufstellen, die insgesamt 6,5 Megawatt Strom produzieren sollen - genug für 1600 Haushalte.

Eingespeist wird der Strom über zwei Einspeisepunkte, die sich auf den Arealen befinden, ins Netz der Wemag sowie der Versorgungsbetriebe Elbe, berichtet Dr. Mark-Oliver Otto, Geschäftsführer von "New Dev". Aus Projektentwickler-Sicht, so Otto, seien die Flächen, die von der Stadt gepachtet wurden, ideal: Sie seien gut erschlossen, lägen direkt an der Straße und erfüllten die Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, nach denen Solarparks nur auf bestimmten Flächen gebaut werden dürfen.

"Obwohl Solarparks praktisch keine Geräusche machen, ist es zudem positiv, dass die Gelände außerhalb der Stadt liegen und damit niemand gestört werden kann." Hinzu komme, dass ein Gutachten dem Areal hervorragende Sonnen-Einstrahlungswerte attestiere. "Bayern erzielt durch seine südliche Lage ähnliche Werte", erklärt Otto, "doch auch im Norden gibt es Sonneninseln und Boizenburg ist definitiv eine davon."

Bereits in der kommenden Woche sollen die ersten Solarmodule installiert werden, derzeit erfolge der elektrische Anschluss. "Zuletzt werden dann noch die Trafostationen und die Wechselrichter gesetzt", so Rudi Viertlböck, Geschäftsführer der "Eepro". Den Projektentwicklern sitzt die Zeit im Nacken: Durch eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes drohen erhebliche Kürzungen der Einspeisevergütung für Anlagen, die nach dem 30. Juni fertig gestellt werden.

"Dadurch haben wir den Druck, bis Ende Juni fertig zu werden. Doch wenn alles weiter so läuft wie geplant, werden wir definitiv in der Frist liegen." Für 20 Jahre, gerechnet ab dem 1. Januar 2013, soll in den Solarparks Boizenburg I und II Sonnenenergie in Wechselstrom umgewandelt werden. Ebenso lange läuft der Pachtvertrag mit der Stadt.

"Wir haben jedoch Verlängerungsoptionen von zwei mal fünf Jahren vereinbart", so "New Dev"-Geschäftsführer Dr. Mark-Oliver Otto. "Dann muss man gucken, wie die Situation ist." So oder so bestehe eine Rückbaupflicht der Unternehmen gegenüber der Stadt. "Dies ist, wie es absoluter Standard ist, durch eine Bankbürgschaft abgesichert, so dass für die Kommune praktisch kein Risiko besteht." Für die Zusammenarbeit mit der Stadt finden Otto und Geschäftspartner Viertlböck nur lobende Worte: "Die Verwaltung hat uns sehr geholfen, dieses Projekt durchführen zu können. Die Kooperationsbereitschaft war sehr hoch und alle haben sich bemüht, die Realisierung maximal zu beschleunigen. Wir hoffen, dass dies nicht unser letztes Projekt im Norden war."

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