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MV noch „Entwicklungsland“ : Solarkraft in MV tritt auf der Stelle

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Hohe Vergütung für Solarstrom dank staatlicher Unterstützung haben den Bau neuer Anlagen jahrelang befördert. Wegen rückläufiger Zuschüsse stockt der Ausbau nun. Dabei genießt Sonnenstrom in Mecklenburg-Vorpommern die größte Beliebtheit.

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2016 | 20:30 Uhr

Wunsch und Wirklichkeit klaffen bei der Nutzung der Sonne zur Stromerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern weit auseinander. Einer jetzt veröffentlichten Umfrage zufolge würden 80 Prozent der Menschen im Nordosten Solaranlagen auf Dächern für den Ausbau der Ökostromproduktion bevorzugen. Mit 55 Prozent rangieren auch große Solar-Parks auf dem Boden noch vor Windrädern auf dem Meer (52 Prozent), Erdwärme (50 Prozent) und Biomasse-Kraftwerken (49 Prozent). Nur 41 Prozent wollen neue Windräder an Land.

Doch gemessen am Flächenpotenzial ist Mecklenburg-Vorpommern bei der Solarkraft-Nutzung bundesweit Schlusslicht. Wie die Agentur für Erneuerbare Energien in Berlin unter Berufung auf neueste Daten der Bundesnetzagentur mitteilte, beträgt im Nordosten die installierte Leistung 61,1 Kilowatt je Quadratkilometer. In finanzstarken Ländern wie Bayern (161,5) und Baden-Württemberg (146,8), in denen frühzeitig und bei hohen Einspeisevergütungen mit der Installation von Solaranlagen begonnen worden war, ist die Quote zweieinhalb Mal so hoch. Brandenburg kommt auf 103,4 Kilowatt je Quadratkilometer.

Ökostrom auf dem Vormarsch
Massive Förderung durch den Staat hat die Solarstrom-Produktion in Deutschland enorm steigen lassen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die installierte Leistung der Solar-Anlagen bundesweit von 2000 auf inzwischen 40 000 Megawatt erhöht. Im Vorjahr trugen Photovoltaikanlagen rund sechs Prozent zur Stromerzeugung in Deutschland bei. In Mecklenburg-Vorpommern, das als bislang einziges Bundesland seinen Strombedarf inzwischen vollständig aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne und Biomasse decken kann, liefern Solaranlagen rund neun Prozent des produzierten Stroms. Die Sonne liegt damit etwa gleichauf mit dem fossilen Energieträger Erdgas. Wichtigste Stromquelle ist der Wind mit einem Anteil von 36 Prozent.

Bei einem bundesweit deutlich rückläufigen Trend verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern 2015 einen ähnlichen Zuwachs wie im Jahr zuvor. Allerdings betrug die neu installierte Leistung mit 103 Megawatt nur noch die Hälfte des Umfangs von 2013 und knapp ein Viertel des Wertes vom bisherigen Spitzenjahr 2012. Als Grund für den Rückgang gilt die drastisch reduzierte staatliche Förderung für Solarstrom.

Ziel der Bundesregierung ist es, die installierte Kapazität von Photovoltaik-Anlagen jährlich um 2500 Megawatt zu erhöhen. 2015 kamen laut Agentur für Erneuerbare Energien aber nur 1498 Megawatt hinzu.

Insgesamt seien in Deutschland inzwischen Anlagen mit einer Leistung von fast 40 000 Megawatt errichtet worden, gut 1400 davon finden sich in Mecklenburg-Vorpommern.

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