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Mecklenburg-Vorpommern

21. Oktober 2017 | 12:40 Uhr

Liebesatlas : So verliebt ist der Norden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wie verliebt sind Sie? Das hat ein bekanntes Partnerportal 2000 Deutsche gefragt – und anhand der erhobenen Daten den ersten Liebesatlas für Deutschland erstellt. Demnach leben die verliebtesten Bundesbürger in Hessen. In MV ist es dagegen scheinbar gar nicht so gut um das schönste Gefühl der Welt bestellt.

von
erstellt am 10.Apr.2014 | 20:39 Uhr

Liebe ist ein Wort mit fünf Buchstaben, drei Vokalen, zwei Konsonaten und zwei Durchgeknallten. Liebe macht angeblich blind, sorgt für Schmetterlinge im Bauch und kommt nach allerneuesten Erkenntnissen am häufigsten im Bundesland Hessen vor. Das zumindest geht aus Deutschlands ersten Liebesatlas hervor, dendas Partnerportal Friendscout24 jetzt ins Netz gestellt hat. Ermittelt wurde die Verliebtheitswerte per Umfrage unter 2000 Nutzern. Die Befragten sollten den Grad ihrer Verliebtheit – unabhängig davon, ob sie gerade in einer festen Partnerschaft leben – auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent einschätzen.

Und wie sieht es danach mit der Liebe in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg aus? Während die Verliebtheitsskala in Hessen einen Spitzenwert von 69 Prozent erzielt, ist Mecklenburg-Vorpommern deutlich abgeschlagen. Im kühlen Norden liegt der Durchschnittswert der gefühlten Verliebtheit gerade bei unromantischen 57 Prozent. Brandenburg ist mit 58 Prozent ebenfalls unterdurchschnittlich stark verliebt, Bundesschnitt sind 61 Prozent.

In Mecklenburg-Vorpommern ist jeder Vierte derzeit überhaupt nicht verliebt– glaut man dem Atlas. Eine mögliche Erklärung dafür hat die Soziologin Dr. Yvonne Niekrenz von der Universität Rostock. Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit unter anderem damit, wie man ein scheinbar irrationales Gefühl wie die Liebe mit theoretischen Konzepten der Soziologie rational erklären kann. „Ich würde sagen, das ist mit der demographischen Struktur des Landes zu begründen“, so die Wissenschaftlerin. Mecklenburg-Vorpommern habe viele Menschen, die alleine leben. Und tatsächlich: Singles sind mit 44,7 Prozent im Vergleich zu Pärchen (84,6 Prozent) weniger verliebt. Menschen, die mit Nachwuchs zusammen leben, stufen sich auf der Verliebtheitsskala sogar mit durchschnittlich 73,1 Prozent ein.

Wie verliebt sich jemand fühlt, ist außerdem stark vom Alter abhängig. So schlagen die Herzen der Deutschen zwischen 30 und 59 Jahren am höchsten. Danach rutscht der Liebesquotient Stück für Stück nach unten. Auch das kann laut Yvonne Niekrenz einen Einfluss für die schlechten Werte im Nordosten haben. „Vielleicht spielt hier auch der hohe Anteil der älteren Bewohner eine Rolle“, so die Soziologin.

Allzu schlimm scheint es um die Mecklenburger und Brandenburger aber doch nicht zu stehen. „Zumindest ist hier die Zahl der Ehescheidungen wesentlich geringer als in anderen Ländern“, so Professor Wolfgang Hoffmann von der Ernst-Moritz-Arndt-Uni Greifswald.

So liege die Scheidungsrate in Mecklenburg-Vorpommern laut den Daten des Statistischen Bundesamtes von 2011 bei knapp 21 Prozent. Den gleichen Wert erreichen auch die Brandenburger. „Der Durchschnitt liegt bei 23 Prozent“, betont Hoffmann.

Und was die verliebten Hessen angeht: Sie liegen mit einer Scheidungsrate von 25 Prozent deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Ihre heftige Verliebtheit scheint also nichts für die Ewigkeit zu sein.

 

 

 

 

 

 





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