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Nürnberger Spielwarenmesse : Smartphone im Kinderzimmer

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Das Puzzle der Zukunft: Mit einer App verwandelt sich das Motiv in eine Video-Animation auf dem Display. Das ist nicht die einzige Neuerung. Was sich im Kinderzimmer tut, welche Spiele auf den Markt kommen, zeigen wir hier.

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erstellt am 02.Feb.2012 | 12:05 Uhr

Mit viel Gefühl lenkt Tim sein Rennauto über das Display des Tablet-PC. Er fährt Kurven, weicht Hindernissen aus. Das Auto bewegt sich dabei kaum von der Stelle. Doch unter dessen Rädern gleitet die Rennstrecke hinweg, generiert durch eine App. Tablet-PC sind auf dem Weg in die Kinderzimmer und bringen ihre kleinen Schwestern, die Smartphones, gleich mit. Bestes Beispiel ist ein Rasselring für Babys ab sechs Monaten, in dessen Mitte das Smartphone geklemmt wird. Berührt das Kind mit dem Finger das Display, spricht die abgebildete Figur den Namen des getroffenen Körperteils vor. Solche Spielwaren, auch iToys genannt, gelten als die Senkrechtstarter auf der Nürnberger Spielwarenmesse, die gestern eröffnet wurde.

So puzzeln Kinder!

Das Puzzle ist nach wie vor eines der beliebtesten Geduldsspiele überhaupt. Und das seit fast 250 Jahren. Nur: Heute gibt es unzählige Varianten – in 3D, mit Bällen oder Skulpturen. Womit Kinder spielen? Mit dem Puzzle der Zukunft. Das heißt: Wer ein klassisches Puzzle legt, wird Teil einer Vision. Mit einer App auf iPhone oder iPad verwandelt sich das Motiv in eine Video-Animation auf dem Display.

Schminkkoffer mit Monitor

Weil Mädchen sich wenig aus Autos machen, gibt es für sie einen Schminkkoffer mit Monitor. Auf den wird ein Foto des Kindes hochgeladen, und das Konterfei kann dann mit Pinseln und Schwämmchen in immer wieder neuen Variationen „geschminkt“ werden. Für etwas Ältere sind Städtepuzzles gedacht, bei denen auch Smartphone oder Tablet-PC zum Einsatz kommen. Sie erkennen mit Hilfe von Kamera und Software, aus welcher Stadt die Abbildung stammt, und liefern Zusatzinformationen bis hin zu einem Rund-um-Blick von einer Sehenswürdigkeit. „Augmented Reality“ („Erweiterte Realität“) heißt dieses Angebot, mit dem Ravensburger das spezielle Motto der diesjährigen Messe „Toys for Teens“ („Spielzeug für Jugendliche“) aufgreift.

Die Welt von Darth Vader

Neben iToy sind nach Angaben von Otto Umbach, Geschäftsführer des Einkaufsverbandes Idee+Spiel, Rollenspiele, Outdoor-Action mit Longboards oder „Stunt Scooter“ und Lizenzprodukte rund um „Star Wars“ die aktuellen Spielzeugtrends. Mit Laserschwert, Maske und einem Stimmwandler, der den Satz „Ich bin dein Vater“ erstaunlich echt klingen lassen soll, können die Kleinen in die Welt von Darth Vader eintauchen. Auch andere Blockbuster finden über Spielzeug ihren Weg in die Kinderzimmer. Lego bringt im Juli als neues Lizenzthema eine Spielewelt zum Kinoerfolg „Herr der Ringe“ auf den Markt. 8- bis 14-Jährige können dann den Hobbit Frodo noch einmal auf seinen beschwerlichen Weg nach Mordor schicken, wo er sich mit Orks, Gollum und der Spinne Kankra herumschlagen muss. Auch noch nicht angelaufene Filme haben bereits Anhänger gefunden: Unterarmlang ist ein Konstruktionsspielzeug nach dem Vorbild des „Battleship“-Kriegsschiffes, das im April in die Kinos kommt.

Hubschrauber mit Videokamera

Nicht nur für den Nachwuchs, auch für die Älteren kommen interessante Neuheiten in die Läden. „Es gibt eine riesige Angebotsflut im Bereich Hubschraubermodelle“, berichtet Umbach. Sie sind mit allerlei High-Tech ausgestattet, etwa mit Videokameras.

Seifenblasen und Klassiker

Wer jetzt vor lauter Elektronik kein Spielzeug mehr sieht, sei beruhigt: Trotz aller digitalen Neuerungen sind traditionelle Spielwaren nach wie vor gefragt. Ihr Anteil an den Gesamtausgaben für Spiele & Co. ist im vergangenen Jahr stark gestiegen und soll weiter steigen. „Ein Thema mit riesigem Trendpotenzial, wenn auch nicht neu, sind Seifenblasen“, erläutert Umbach. Ob meterlang, aus einer Pistole geschossen oder bequem per Rakete erzeugt – die schillernden Blasen faszinieren viele Kinder.
Der klassische Hula-Hoop-Reifen stand beim holländischen Tüftler Harry van Lanen Pate. Der Hersteller von Springseilen hat lange getüftelt, bevor sein Plan funktionierte. Im Gegensatz zum Klassiker rotiert bei seinem „HoolaSpeedToy“ nicht der mit den Knien festgeklemmte oder mit den Händen gehaltene Reifen, sondern ein an der Außenseite mit einer Schnur befestigter Ball. Der Clou: Die Schnur wird umso länger, desto weiter die Fliehkraft den Ball nach außen trägt.

Für Jungs und Mädels interessant ist der Skateboard-Ableger „Twin Skate“ von Hudora. Statt eines Brettes haben die Fahrer nur noch zwei Paddel unter den Füßen, deren beiden Rollen sich mit Hilfe entsprechender Hüftbewegungen in alle Richtungen steuern lassen.
Auch Holzspielzeug trotzt in Deutschland erfolgreich dem Trend zu mehr Elektronik im Kinderzimmer. Der Umsatz in diesem Bereich ist seit Jahren konstant und die „Holz“-Halle auf der Spielwarenmesse gefragt.


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