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Expertentreffen in Warnemünde : Skandal im Rotwildbezirk

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wildtier-Stiftung fordert mehr Lebensraum für Tiere / Expertentreffen in Warnemünde

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 20:30 Uhr

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat die starke Eingrenzung des Lebensraums von Rotwild kritisiert. „In vielen Bundesländern lässt man es nicht wandern und seine Lebensräume suchen“, sagte Stiftungs-Geschäftsführer Hilmar Freiherr von Münchhausen vor dem viertägigen Rotwildsymposium, das gestern in Warnemünde beginnt. Die extra eingerichteten Rotwildbezirke seien nicht auf die großen Wanderungen ausgerichtet und dürften von den Tieren auch nicht verlassen werden. Jedes Rotwild, das sich außerhalb der Bezirke bewegt, könne geschossen werden. Neben den beiden Südländern Baden-Württemberg und Bayern gebe es auch in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen eine entsprechend klare Gesetzgebung.

Hintergrund sei, dass sich die Land- und Forstwirtschaft durch das Rotwild beeinträchtigt fühlt. „Die Rotwildbezirke sind aus rein wirtschaftlichen Erwägungen eingerichtet worden, das hat nichts mit Artenschutz, sondern nur mit Geldverdienen zu tun“, kritisierte Münchhausen. So schälten Rothirsche, die oft in Rudeln von bis zu 50 Tieren auftreten, bei Bäumen die Rinde ab. Auch könnten die Schäden groß sein, die ein Rudel in Mais- oder Zuckerrübenfelder anrichten könne. „Aber auch Waldbesitzer und Landwirte haben Verantwortung für die Artenvielfalt.“ So müsse beachtet werden, dass der Verbiss wichtigen Lebensraum für andere Tierarten schaffen kann. Ein zusätzliches Problem sei, dass vielfach dicht bewachsene Waldgebiete zu Rotwildgebieten gemacht wurden. Das seien keine optimalen Lebensräume für das größte Tier der deutschen Wälder mit seinem weit verzweigten Geweih. „Der vermeintliche König der Wälder ist ein Herrscher der Steppe und nicht der König der Fichtendickung, sonst hätte ihm der liebe Gott nicht so ein großes Geweih gegeben“, sagte von Münchhausen.

Schätzungen zufolge leben in Deutschland rund 200 000 Stück Rotwild, die Art gilt als nicht gefährdet.


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