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Landesjugendorchester MV : „Skandal“ im Orchester

vom
Aus der Onlineredaktion

Landesmusikrat MV bringt junge Instrumentalisten zusammen. Heute starten die Konzerte

von
erstellt am 29.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Die Töne klingen sanft – beinahe so, als würde eine Elfe über die Saiten tanzen. Johanna Bestes Finger gleiten über ihre Harfe, spielen Samuel Barbers Overtüre zu „The School for Scandal“. Die 19-Jährige ist Teil des Landesjugendorchesters (LJO) Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit 74 weiteren talentierten Nachwuchsmusikern geht sie heute auf Konzerttour durchs Land – eine (fast) einmalige Gelegenheit. „Dies ist meine vierte Arbeitsphase im LJO“, erklärt die Schwerinerin. Als Harfenistin sei sie in der glücklichen Lage, regelmäßig ausgewählt zu werden. „Von uns gibt es nicht so viele. Auch wenn man die anderen nicht kennt, so schweißt die Musik doch zusammen. Sie ist der kleinste gemeinsame Nenner“, sagt Johanna.

Bis gestern perfektionierten die Musiker ihr Zusammenspiel im Evita-Forum Demen. Unter der Leitung des Dirigenten Stanley Dodds erarbeiteten sie ein Programm unter dem Titel „Skandal“. Neben „The School for Scandal“ werden während der zweistündigen Konzerte auch Dvoraks Cello-Konzert h-moll op. 104 mit dem Solisten Gabriel Schwabe und die Reformations-Symphonie von Felix Mendelssohn Bartholdy zu hören sein.

„Die Probenphase ist sehr intensiv. Die Jugendlichen üben neun bis zehn Stunden täglich“, weiß Martin Doerks, Projektleiter des LJO. Besonders für diejenigen, die in kleineren Städten oder Dörfern zu Hause sind, sei die Teilnahme an den Arbeitsphasen ein besonderes Erlebnis. „Nicht überall gibt es ein Orchester. Oft spielen die jungen Musiker für sich allein, sind gegenüber Gleichaltrigen Sonderlinge, weil sie ein klassisches Instrument lernen. Hier treffen sie auf Gleichgesinnte. Das gemeinsame Musikmachen verbindet.“ Während der Proben bekommen die Jugendlichen Tipps von Profi-Musikern. Darüber hinaus sammeln sie Auftrittserfahrung und lernen die große Orchesterliteratur kennen.

Das Gros der Teilnehmer ist zwischen 14 und 19 Jahren alt. „Die meisten hören nach dem Abitur im LJO auf. Förderungsrechtlich dürfen sie aber mitmachen, bis sie 25 Jahre alt sind“, erläutert Doerks. Auch Johanna Beste will MV den Rücken kehren. Sie möchte Politikwissenschaften studieren, hat sich unter anderem in Leipzig beworben. „Die Musik war immer mein Hobby. Hätte ich das professionell machen wollen, hätte ich mich schon als Elfjährige dafür entscheiden müssen“, sagt sie. Die Harfe begleitet sie, seit sie sechs Jahre alt war. „In einem Musikkreis habe ich verschiedene Instrumente ausprobiert, die Harfe gefiel mir am besten. Es gab Phasen, da war mir die Musik nicht sehr wichtig, müsste ich sie allerdings jetzt aufgeben, wäre ich sehr traurig.“

Etwa ein Drittel der LJO-Teilnehmer ergreifen am Ende einen musikalischen Beruf, sagt Martin Doerks. „Diejenigen, die sich etwas anderes vorstellen können, sollten etwas anderes machen. Die Branche ist hart. Alle anderen haben genug Biss und können es schaffen.“ Doerks betreut das LJO-Projekt des Landesmusikrats seit zwei Jahren. Das Orchester selbst wurde 1991 gegründet, um Musiktalente aus MV zu fördern.

Termine

• Heute, 19.30 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Fürstenberg an der Havel;Karten: 033093/322 54
•  Morgen, 20 Uhr im Theater Putbus; Karten: 038301/80 80
•  Montag, 31. Juli, 20 Uhr im Kaiserbädersaal Heringsdorf; Karten: www.reservix.de
• Dienstag,1. August, 20 Uhr in St. Laurentius Schönberg; Karten: 038828/231 96
• Mittwoch, 2. August, 19.30 Uhr im Theater Stralsund; Karten: 03831/264 61 24
• Samstag, 5. August, 19.30 Uhr und Sonntag, 6. August , 16 Uhr in der Konzertkirche Neubrandenburg;Karten: 0395/559 51 27
• Donnerstag,10. September, 16 Uhr in der Gutsscheune Niendorf in Poel; Karten: 0385/591 85 85

Kontakt: Landesmusikrat MV, Arsenalstraße 27 in Schwerin

 



 

 

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