Demonstrationen in Greifswald : Sitzblockaden, Sachbeschädigung und Provokationen

Zur AfD-Demonstration und mehreren Gegendemonstrationen in Greifswald erwartet die Polizei mehrere tausend Teilnehmer. Große Verkehrsbeeinträchtigungen sind angekündigt.

Zur AfD-Demonstration und mehreren Gegendemonstrationen in Greifswald erwartet die Polizei mehrere tausend Teilnehmer. Große Verkehrsbeeinträchtigungen sind angekündigt.

Umfangreiche Verkehrseinschränkungen wegen einer Demonstration der AfD und Gegendemonstranten in Greifswald

svz.de von
10. November 2018, 15:11 Uhr

Trotz mehrerer Sitzblockaden und verbaler Provokationen von Gegendemonstranten: Am heutige Samstag zogen Demonstranten, die einem Aufruf der AfD gefolgt waren, durch die Greifswalder Innenstadt. Durch die Blockaden musste mehrfach der ursprüngliche Demonstrationsverlauf geändert und umgeleitet werden. In der Universitätsstadt kam es bis 19:30 Uhr zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Manche Straßen waren komplett gesperrt. Insgesamt blieb die Lage aber grundsätzlich friedlich. Ausschreitungen oder Übergriffe wurden nicht gemeldet.

Zuvor war die Polizei von mehreren tausend Gegendemonstranten ausgegangen, die sich am Protest in der Innenstadt von Greifswald beteiligen könnten. Insgesamt konnten etwa 1200 Demonstranten und Gegendemonstranten gezählt werden. Verlässliche Zahlen standen lange jedoch aus. Der Grund: Die Lage war unübersichtlich. Demonstrierende seien sehr mobil gewesen und "wanderten von Mahnwache zu Mahnwache", wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte.

 

Im Verlauf des frühen Nachmittags wurden außerdem am Rande der Versammlungen etwa 15 Plakate mit der Aufschrift "Rassisten haben so einen Bart" im Stadtgebiet von Greifswald festgestellt. Darauf war der AfD-Politiker Ralph Weber abgebildet. Der I-Punkt des Wortes "Rassisten" war dabei so zwischen Nase und Mund des Politikers gesetzt, dass er mutmaßlich den "Hitlerbart" darstellen sollte. Alle festgestellten Plakate wurden durch unsere Beamten dokumentiert und entfernt. Eine strafrechtliche Konsequenz wird geprüft, teilte die Polizei im Anschluss mit.

Außerdem wurden zwei Gebäude in der Straße Lange Reihe mit Graffiti besprüht. Der Schriftzug "10.11. AfD-Demo stoppen" war an beiden Hauswänden in einer jeweiligen Größe von etwa 80 mal 150 Zentimeter von bisher Unbekannten aufgesprüht worden. Von Amtswegen wurden insgesamt vier Anzeigen wegen Sachbeschädigung in dem Zusammenhang geschrieben.

Hintergrund der Veranstaltungen war ein Aufruf der AfD gegen einen Beitritt Deutschlands in den UN-Migrationspakt. Deswegen hatte die Partei zu einer Demonstration "Nein zum globalen Migrationspakt" aufgerufen, die 16 Uhr an der Greifswalder Europakreuzung stattfinden sollte. Teilnehmen sollte unter anderem die AfD-Referentin und ehemalige Muslima Leyla Bilge. Fünf Gegenveranstaltungen sollten bereits ab 14 Uhr für ein weltoffenes Greifswald eintreten.

Die Landespolizei MV war mit einer Stärke von etwa 400 Polizisten im Einsatz und begleitete die Demonstrationen und Gegendemonstrationen vor Ort.

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