zur Navigation springen

Großes Einräumen in Sanitz : Sisyphusarbeit nach der Türkei-Rückkehr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach drei Jahren sind die Einheiten der Flugabwehrraketengruppe 21 in ihre Heimatkasernen zurückgekehrt

Maulschlüssel liegen in Reih und Glied auf dem Boden, große und kleine und mittlere. Oberfeldwebel Carolin Geißler sitzt in einem Meer aus Werkzeugen und hakt ab, was ihre beiden Kameraden heranschleppen: „Schlüssel, Maul 23“, „Trinkflasche“, „Wagenheber“.

Hier im Hauptlager der nahe Rostock gelegenen Kaserne Prangendorf , die zur Flugabwehrraketen-Einheit 21 gehört, zählen und registrieren sie seit vier Wochen im Akkord: Große Transportfahrzeuge des Abschuss-Systems Patriot, Anhänger für die Stromversorgung, Werkzeuge aller Größe und Art.

„Das ist für meine Soldaten eine echte Sisyphusarbeit“, sagt Major Henning Maaß. Der 36-jährige Stabsoffizier für Logistik hat die Rückverlegung vom Nato-Stützpunkt in Kahramanmaras nach Deutschland koordiniert und verantwortet. „Die größte Herausforderung in meiner Laufbahn!“

Seit Januar 2013 waren die Männer und Frauen der Flarakgruppe 21 Sanitz an der Seite von Kollegen aus Husum sowie niederländischen und US-Kameraden im Auftrag der Internationalen Staatengemeinschaft im Einsatz. Im Fünf-Monatstakt wurde das Kontingent ausgewechselt, sagt ein Luftwaffensprecher, und damit das Feldlager in der kargen, türkischen Landschaft gegen die Heimatkaserne. Husum und Sanitz wechselten sich mit der Kontingentleitung ab. Im Dezember 2015 war dann Schluss; das hatte der Deutsche Bundestag im Oktober beschlossen.

Major Maaß war zweimal in der Türkei: fünf Monate 2014, dann noch einmal vier Monate bis zum letzten Einsatz-Tag im vergangenen Jahr, erzählt er. Rund 200 Kilometer von der Grenze zu Syrien sollten er und seine Kollegen den Luftraum bewachen und im Bedarfsfall die Raketen des Assad-Regimes abschießen. „Zum Glück kam unser System nie zum Einsatz“, erzählt Maaß.

Auf dem Rückzug hätte er allerdings Angst vor Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat gehabt. Als pro Tag 50 Lastwagen voller Container den Weg vom Nato-Stützpunkt zum Hafen Iskendere nehmen mussten. Insgesamt verließen 213 Fahrzeuge des Patriot-Systems und 224 Container die Türkei gen Deutschland. Im Hafen von Travemünde kamen dann die Ladungen an.63 der Container und 138 der Fahrzeuge stehen nun wieder in Prangendorf.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen