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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 11:43 Uhr

Qualitz : Singende Steine erwecken Honigbiene

vom

Was sind das für Steine? Wie teuer sind sie? Warum benetzen Sie die Hände mit Wasser? - Dicht umringt war Jürgen Heidemann nach seinem Konzert in der Kirche zu Qualitz. Alle wollten sehen, was es den Steinen auf sich hat.

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erstellt am 06.Feb.2012 | 11:38 Uhr

Qualitz | Was sind das für Steine? Wie teuer sind sie? Warum benetzen Sie die Hände mit Wasser? - Dicht umringt war Jürgen Heidemann am Sonnabend nach seinem Konzert in der Kirche zu Qualitz. Trotz klirrender Kälte war das Gotteshaus gut besucht. Alle wollten sehen, was es auf sich hat mit den "singenden Steinen".

Extra aus Güstrow war Cornelia Dettmann angereist. "Ich konnte mir nicht so richtig vorstellen, wie das funktioniert, ob z.B. auf Steine geklopft wird. Jetzt war ich schon überrascht", sagt die Güstrowerin. "Das Wasser benutzt wird, kennt man von Gläsern, wenn man über den Rand streicht", ergänzt ihr Begleiter.

Die Güstrower und die anderen Gäste erlebten ein außergewöhnliches Konzert. Laute und leise Töne, erzeugt nur mit Händen, die mit Wasser benetzt und dann über die Lamellen der "singenden Steine" gleiten oder gerieben werden, mal die ganzen Hände, mal nur die Handballen, oder nur die Finger.

Und die des Klangsteinmusikers wurden von Minute zu Minute kälter, wie er einräumte. Dabei hatten die Organisatoren um Pastorin Helga Müller und Familie Schützler alles getan, damit die Zuhörer die besondere Kunst genießen konnten. Mit Hilfe von Dr. Hubertus Schulz wurde die Kirche zuvor "angewärmt". So konnten sich die Besucher ganz auf die Musik einlassen. Ein "Windspiel" war zu hören, eine "Honigbiene" schwirrte durch die Kirche und es fiel "Stiller Schnee". So die Titel, die der Berliner Klangkünstler zu Gehör brachte. Die Musik der Steine wurde untermalt mit Klängen einer Violine, gespielt von Hoshiko Yamane.

Seit zwei Jahren spiele er die Steine, erzählt Jürgen Heidemann und er selbst werde immer noch überrascht, wenn er es schafft, seinen "Instrumenten" neue Töne zu entlocken. "Mit diesem runden Stein bin ich noch lange nicht am Ende", sagt der Berliner und streicht über die Lamellen. Bei seiner Musik lässt er sich nicht nur von der "Musik des Steines" inspirieren, sondern auch von Erlebten. Das Lied "Libelle" zum Beispiel habe er nach einer Kanufahrt durch das War nowtal geschrieben. "Die Natur, das blaue Wasser, das alles hat mich bewegt, war sehr schön." Und wer bei der "Libelle" die Augen schließt, und genau hinhört, sieht sie über das Wasser der Warnow schwirren.

"Nicht nur meine Hände sind kalt, sondern auch die Steine frieren", sagt Heidemann zum Abschluss des Konzerts, verspricht aber im Sommer wiederzukommen, wenn es wärmer ist und die Libellen und Honigbienen wieder durch die Luft schwirren.

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