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Zehntes Dampftreffen in Alt Schwerin : "Sind wir ölig, sind wir fröhlich"

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Das zehnte Internationale Dampftreffen im Agroneum Alt Schwerin gehört neben Flensburg und Mildenberg zu den größten seiner Art in Deutschland. Rund 160 Dampfmaschinen, darunter 14 Großmaschinen, sind dabei.

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erstellt am 04.Aug.2013 | 07:45 Uhr

Alt Schwerin | "Das sieht einfach gigantisch und schön aus", staunt Simone Herwig. Sie filmt, wie ein riesiges, rauchendes Dampflokomobil über einen langen Riemen ein Sägegatter antreibt. Herwig ist mit ihrem Mann extra aus dem brandenburgischen Seelow an die Mecklenburgische Seenplatte gekommen, um alte Dampfmaschinen zu bestaunen. Anlass ist ein Jubiläum: Das zehnte Internationale Dampftreffen im Agroneum Alt Schwerin. "Es gehört neben Flensburg und Mildenberg zu den größten seiner Art in Deutschland", erläutert Hans-Joachim Schmidt vom Freilichtmuseum Kiekeberg bei Hamburg - dem Kooperationspartner. Rund 160 Dampfmaschinen, darunter 14 Großmaschinen, sind aus England, den Niederlanden und Deutschland dabei.

Bei Temperaturen bis zu 30 Grad steigen am Sonnabend auf dem Gelände schwarze Rauchsäulen auf. Wegen der Brandgefahr haben die Gäste Rauchverbot, aber die Maschinen zischen und puffen, Steine werden zerschmettert und Besucher auf "The Elephant" oder "Majoor" durch die Gegend gefahren. "Und das mit Dampfkraft, wie schon vor hundert Jahren", sagt Schmidt. So wie "Lena". Das ist eine Art Dampftraktor, der der Niederländerin Carolina Schriever gehört. Die 44-Jährige ist mit ihrer Familie mit einem Truck angereist, ihre Kinder haben schon eine eigene kleinere Dampfmaschine.

Schriever ist eine der wenigen Frauen in der männerdominierten Bastlerwelt. "Bei den Maschinen muss man nicht nur den Schlüssel rumdrehen", sagt sie. Bevor "Lena" losfährt, ölt Schriever einen Antrieb. "Sind wir ölig, sind wir fröhlich", lautet das Motto der Dampf-Fans. "In den 70er Jahren wurden in Deutschland die Dampfmaschinen wiederentdeckt", so Schmidt. Trotzdem würden immer noch welche gemeldet, die bisher in Scheunen herumstünden.

Dampfmaschinen sind kein billiges Hobby. Bei einer Kesselreparatur können die Kosten auf bis zu 40 000 Euro steigen. Viele Einzelteile müssen per Hand hergestellt werden, inzwischen haben sich auch in Osteuropa Firmen auf solche Teile spezialisiert.

Für eine echte Großmaschine wird - je nach Seltenheit - zwischen 70 000 und 150 000 Euro bezahlt. "Dazu kommt der TÜV mit mindestens 250 Euro", so Schmidt. Um solche Maschinen betreiben zu dürfen, braucht der Besitzer zudem einen "Kesselschein". "Ein Dampfkessel kann bei Überdruck gefährlich werden, da muss man genau wissen, was man tun muss", erklärt Schmidt

Für das Agroneum ist die Zusammenarbeit mit dem Hamburger viel wert. Das agrarhistorische Museum, begeht gerade sein 50-jähriges Bestehen. Für mehrere Millionen Euro wurde das gesamte Museumsgelände in den vergangenen Jahren neu gestaltet. So haben die Alt Schweriner allein vier riesige Dampf-Lokomobile in ihrer Sammlung.

Für Aufsehen sorgt bei den Bastlern auch die Sammlung von Traktoren und Geräten, die kreative Bastler aus Ostdeutschland wegen der Mangelwirtschaft in der DDR selbst zusammenbauten.

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