Interview Christian Lindner (FDP) : „Sind die Alternative für Demokraten“

Christian Lindner (FDP)
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Christian Lindner (FDP)

Die FDP dümpelt bei drei Prozent vor sich hin. Parteichef Christian Lindner ist dennoch optimistisch

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27. August 2016, 16:00 Uhr

Den aktuellen Umfragen nach steht die FDP in MV bei drei Prozent. Es sieht ganz danach aus, dass im künftigen Landtag erneut keine Liberalen sitzen werden.
Lindner: In Bremen haben wir auch vor der Wahl bei drei Prozent gelegen und es doch noch geschafft. In MV sagen 22 Prozent der Menschen, dass sie sich die Wahl der FDP vorstellen können. Die sprechen wir jetzt gezielt an, damit Marktwirtschaft und Weltoffenheit im Landtag eine Stimme haben. Wir wollen schnelles Internet und beste Bildung, damit MV Zukunft hat. Wo wir mit Menschen sprechen, kommt das an.

Sie rechnen sich also tatsächlich Chancen aus, dass die FDP den Sprung ins Landesparlament noch schaffen könnte?
Aber selbstverständlich. Die Hälfte der Wähler entscheidet sich erst in der letzten Woche, welche Partei sie wählen. Wir sagen: Macht den Rechtsstaat stark, aber nicht die Rechtspopulisten.

Wer mit der Politik der Regierungen in Schwerin und Berlin unzufrieden ist und die Kanzlerin ärgern will, der sollte uns wählen. Die FDP ist die Alternative für Demokraten. Nur mit der FDP ist eine stabile Regierung der Mitte möglich, denn SPD und CDU werden ihre Mehrheit verlieren. Chaotische Verhältnisse wie in Sachsen-Anhalt kann man nur mit der FDP verhindern.

Warum haben es die Liberalen in MV so schwer?
Unsere Organisationskraft ist hier nicht so groß wie in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel. Das erleben auch die Grünen. Aber wir haben uns neu aufgestellt. Mit Cècile Bonnet-Weidhofer haben wir eine Spitzenkandidatin, die das verkörpert, wovon MV mehr vertragen kann: Gründergeist, Wagemut und Weltoffenheit. Es gibt genug Menschen, die sich wie wir nicht mit dem Status quo abfinden wollen, sondern anpacken möchten. Aber als Partei, die momentan nicht im Bundestag sitzt, dauert es länger, die alle zu erreichen.

Die AfD sitzt auch nicht im Bundestag, liegt derzeit aber bereits bei 19 Prozent.
Das kann man nicht vergleichen, denn die AfD ist ja keine echte Partei mit Programm und der Bereitschaft zur Verantwortung, sondern nur eine Protestbewegung. Das gibt Aufmerksamkeit. Die AfD ist antiliberal und antidemokratisch. In Baden-Württemberg konnte man nach der Wahl sehen, dass deren Abgeordnete sogar noch Judenhass verharmlosen – das ist ein Angriff auf das Grundgesetz und damit auf uns alle! Für das Tourismusland MV ist das brandgefährlich.

>> Alles rund um die Landtagswahl finden Sie in unserem Dossier.
 

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