Silvester-Böller lösen Brände aus

Vermutlich Brandstiftung: Ein Großfeuer verwüstete einen Recyclinghof in Malchow. Susan Ebel/dpa
Vermutlich Brandstiftung: Ein Großfeuer verwüstete einen Recyclinghof in Malchow. Susan Ebel/dpa

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01. Januar 2013, 07:20 Uhr

Schwerin | Bei zahlreichen Bränden sind in Mecklenburg-Vorpommern seit Silvester Schäden in Höhe von mehr als 80.000 Euro entstanden.

Die Greifswalder Feuerwehr löschte in der Silvesternacht das brennende Dach einer Sporthalle. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 10 000 Euro, wie die Polizei mitteilte. Der Brand sei vermutlich durch eine Silvesterrakete ausgelöst worden. Rund 20 000 Euro Schaden entstand bei einem Scheunenbrand in Loitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald). In dem 30 Meter langen und vollständig ausgebrannten Lager waren Maschinen und Heu untergebracht. In Kröslin bei Wolgast (Vorpommern-Greifswald) löschte die Feuerwehr einen Heckenbrand, der auf ein Wohnhaus überzugreifen drohte.

In Neubrandenburg mussten vorsorglich acht Personen eines Wohnhauses evakuiert werden, nachdem ein Balkon in Brand geraten war, wie die Polizei mitteilte.

In Schwerin warfen am Silvestertag zwei 28-Jährige Böller von einem Balkon im Plattenbaugebiet Mueßer Holz auf die Straße. Einer der Böller verfehlte einen 23-jährigen Passanten nur knapp und explodierte neben ihm. Der junge Mann erlitt durch den Kracher ein leichtes Knalltrauma am linken Ohr. In Schwerin wurden zudem acht Scheiben des ZDF-Gebäudes beschädigt, weil Unbekannte pyrotechnische Geschosse gegen die Fassade geschossen hatten.

Ebenfalls in der Landeshauptstadt zog die Polizei mehrere alkoholisierte Autofahrer aus dem Verkehr. Spitzenreiter war eine 57-jährige Fahrerin mit 2,38 Promille. In Negast bei Stralsund (Vorpommern-Rügen) wollte ein 55-Jähriger am Montag mit seinem Auto losfahren - wenn er denn den Wagen nur gleich gefunden hätte. Ein Passant bemerkte den Mann, wie dieser mit starkem Alkoholgeruch nach dem Einkauf sein Auto auf einem Supermarktparkplatz suchte. Er alarmierte die Polizei. Als der Betrunkene kurz darauf seinen Wagen fand und nach Hause fahren wollte, nahm ihm der Zeuge den Schlüssel ab. Die Beamten stellten bei dem 55-Jährigen einen Atemalkoholwert von 3,31 Promille fest.

In Liessow bei Laage im Landkreis Rostock verübten Unbekannte am Silvestertag einen Buttersäureanschlag auf das Gemeindezentrum. Die dort geplante Silvesterparty musste daraufhin wegen starker Geruchsbelästigung abgesagt werden, wie das Polizeipräsidium Rostock mitteilte. Der oder die Täter hatten eine Scheibe der Eingangstür zerschlagen und durch das Loch Buttersäure in den Eingangsbereich gesprüht.

In Pasewalk zerstörten Unbekannte eine Telefonzelle. Sie hatten offenbar einen nicht zugelassenen Böller aus Polen gezündet. Die Beamten stellten noch in der Nähe des Tatorts vier Verdächtige, die solche Knaller dabeihatten. Sie wurden wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz angezeigt.

Schäden in Höhe von mindestens 50 000 Euro verursachte ein Großfeuer, dass sich am Montag aus bislang unbekannter Ursache auf dem Gelände der Recyclingfirma Ziems in Malchow ausbreitete. Nach Polizeiangaben gerieten bis zu 2000 Tonnen Schredderschrott in Brand, darunter über 1000 Schrottautos sowie Waschmaschinen und Waggonschrott. Sechs Freiwillige Feuerwehren kämpften stundenlang gegen die über 20 Meter hohen Flammen. Erst gegen Abend konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung.

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