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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 01:41 Uhr

Silberreiher brüten jetzt im Norden

vom

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erstellt am 06.Aug.2012 | 12:21 Uhr

Schwerin | Silberreiher haben erstmals in Deutschland nördlich der Alpen erfolgreich gebrütet. Ein Reiherpaar ziehe in Vorpommern seine Jungen groß, sagte der Vorsitzende der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern, Klaus-Dieter Feige. "Am gleichen Ort haben es noch zwei andere Paare versucht." Die Reiher seien Koloniebrüter. Der Ort, den die Ornithologen noch geheimhalten, sei der nördlichste bekannte Brutplatz in Europa. Silberreiher sind weltweit verbreitet, in Europa vor allem im Süden.

Vor zehn Jahren sollen sie schon einmal in Oberbayern gebrütet haben. Eine große Kolonie gibt es am Neusiedler See in Österreich. Silberreiher werden Feige zufolge seit Längerem im Nordosten beobachtet - als Folge des Klimawandels. Die vorpommerschen Reiher wollten aber nicht nur in den Norden, sondern auch hoch hinaus: Sie brüten auf einem Baum statt wie üblich im Schilf.

Während derzeit einige Vögel noch "Nesthäkchen" zu versorgen haben, sind andere schon auf dem Weg nach Süden. "Der Vogelzug ist in vollem Gange", meinte Feige. Als Erste machen sich die jungen Kiebitze auf den Weg. "Sie ziehen schon Ende Mai/Anfang Juni Richtung Süden, während die Eltern noch eine zweite Brut versuchen." Anders als beim Zug in die Brutgebiete lassen sich die Vögel auf dem Weg in die Winterquartiere Zeit. "Die Kiebitze bleiben auch mal 14 Tage in Wiesengebieten wie der Lewitz", berichtete der Ornithologe. Die Stare, die derzeit in großen Schwärmen über Land ziehen und am Himmel bizarre wolkenartige Formationen bilden, sind nicht unbedingt die heimischen. Sie kommen vielleicht aus Polen oder Dänemark, wie Feige sagte. Die norddeutschen Stare säßen wahrscheinlich schon in den süddeutschen Weinbergen. Auch Kohl- und Blaumeisen sind schon auf dem Zug. Sie sind derzeit weniger in den Siedlungen zu sehen, dafür häufig in Schilfgebieten. Auch sie "trödeln" auf dem Weg nach Süden. Wert auf Pünktlichkeit legen dagegen die Mauersegler. "Die Masse von ihnen fliegt am 5. August aus Mecklenburg-Vorpommern ab. Die Vögel haben eine Fotouhr", erklärte der Ornithologe. Nicht Nahrungsangebot oder Temperatur bestimmten das Abflugdatum, sondern das Verhältnis von Tag und Nacht. Bevor sie nach Südafrika abziehen, sammeln sich die Mauersegler und fliegen in den Städten schrill kreischend um die Häuserblocks. Die nächsten, die sich auf den Weg machen, seien Sommervögel wie Rohrsänger, Schwirle, Grasmücken und Laubsänger. Sie ernähren sich von Insekten, die jetzt weniger werden. Im September brechen die Störche und die Mehlschwalben auf. Rauchschwalben bleiben oft bis Oktober. Bis November verlassen die Kraniche die Brutgebiete.

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