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Fährverbindung Rostock-Trelleborg : „Silberhochzeit“ für TT-Line

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In gut sechs Stunden mit der Fähre nach Südschweden oder zurück – das geht aus Rostock nun seit 25 Jahren

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Seit 25 Jahren betreibt die Fährreederei TT-Line die Verbindung von Rostock ins schwedische Trelleborg. Mit einer Begehung der „Tom Sawyer“, einem der Schiffe, die auf der Route verkehren, beging das Unternehmen gestern im Rostocker Überseehafen das Jubiläum. Genau genommen fand die „Silberhochzeit“ bereits im Januar statt, aber man habe den Abschluss der Modernisierungsarbeiten auf der „Tom Sawyer“ abwarten wollen, sagte Lars Müller, Chef der Hotellerieabteilung von TT-Line.

Auf der Brücke erklärt Kapitän Klim Hähnlein den Dieselantrieb des fast 180 Meter langen Schiffes. Normalerweise kann man von hier aus über den ganzen Hafen blicken. Doch gestern ist es grau und neblig, es ist kaum das Ende des Hafenbeckens zu sehen, in dem die „Tom Sawyer“ liegt. Andere Schiffe der Flotte würden mit dieselelektrischen Antrieben fahren und daher mehr Leistung bringen, erzählt der 58-jährige Kapitän.

Ein Umbau auf umweltfreundlichere Antriebe sei aber technisch nicht möglich, sagt TT-Line-Geschäftsführer Bernhard Johannes Termühlen. Eine Umrüstung etwa auf Flüssiggas komme erst mit einem Neubau in Frage und bei einem Hybridantrieb reiche die Kapazität der Batterien für die etwa sechsstündige Passage nach Trelleborg noch nicht aus. Trotzdem fahre man verbrauchsarm, habe beispielsweise die Beleuchtung auf LED umgestellt und den Treibstoffverbrauch insgesamt um zehn bis 15 Prozent verringert.

Seit 1992 fährt TT-Line von Rostock aus nach Südschweden, zu Beginn in Kooperation mit der Deutschen Seereederei (DSR), die sich 1996 zurückzog, erzählt Termühlen. Der so genannte Zentralkorridor bedient vor allem den Verkehr von Schweden nach Österreich, die Slowakei, Tschechien und Ungarn und umgekehrt. Im letzten Jahr hätten 350 000 Fahrgäste und 200 000 Fahrzeuge die Verbindung über Rostock genutzt, im Verkehr „vom Kontinent“ nach Schweden sei man Marktführer. Von den wöchentlich bis zu 150 Abfahrten von und nach Trelleborg liefen 80 über Rostock.

Eine Erfolgsgeschichte, sagte Termühlen: „Rostock ist immer wichtiger geworden“. 1992 befuhren 234 000 Gäste die Passage. Hafen und Reederei seien „eine Art Symbiose“ eingegangen, bei der beide vom Wachstum des Anderen profitiert hätten. Insgesamt reisten 2016 nach Hafenangaben 2,3 Millionen Menschen über den Seehafen nach Dänemark, Schweden und Finnland.

Zum Linienjubiläum wurden die Innenräume der „Tom Sawyer“ teilweise modernisiert. Der „Lounge-Bereich“ riecht noch neu, der Umbau sei erst am Donnerstag abgeschlossen worden. Die Anzahl der Sitzplätze sei erhöht, neuer Boden verlegt und maßangefertigte Sessel in Beige- und Grautönen beschafft worden. In die Bordwand wurden neue und größere Fenster geschnitten und der Einkaufsbereich neu gestaltet.

Pro Schiff koste der Umbau zwischen 500 000 und 600 000 Euro, sagte Lars Müller. Ganz pünktlich beendet wurden die Arbeiten aber nicht: „Das ist wie beim Hausbauen, irgendwas geht immer schief“, sagte Müller. Das Schwesterschiff „Huckleberry Finn“ werde jetzt fahrtbegleitend umgebaut.

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