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Heringe in MV : „Silber des Meeres“ ist zurück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Wismarbucht zappeln wieder die ersten Heringe in den Netzen der Fischer

svz.de von
erstellt am 15.Mär.2017 | 08:00 Uhr

Silbern glänzen die Schuppentiere in den Fischkisten, wenn die Sonnenstrahlen sich darauf spiegeln. Doch für Stefan Kübart ist dies nur ein Nebeneffekt. Seine Aufmerksamkeit gilt der noch immer vorhandenen Heringsmasse, die er aus den Netzen pulen muss, jeden Fisch einzeln, wohlgemerkt. Dafür hat sich wenigstens der Fang gelohnt. Seit gut einer Woche ist das beliebte „Silber des Meeres“ auch in der inneren Wismarbucht angekommen. Also pünktlich zum kommenden Auftakt der 15. Wismarer Heringstage? „Na ja, woanders wird längst genug davon gefangen, vor allem mit Schleppnetzen in den tieferen Gewässern. Bei uns vor der Haustür, erst jetzt“, relativiert er die Situation. Damit meint er die sehr viel behutsamere Stellnetzfischerei.

Als einer der letzten Wismarer Berufsfischer war er bei Sonnenaufgang unterwegs, um den Fang einzuholen. Endlich, da der Wind abflaute und er deshalb noch am Vortage die Netze neu stellen konnte.

Als Alleinfischer hat er erst an der Pier Zeit, die Fische aus den Netzmaschen zu ziehen und in Kisten zu verteilen. „Das hat auch sein Gutes, da schauen Leute gerne zu und es entsteht ein gewisser Appetitmacher-Effekt“, sieht der 50-jährige Wismarer den notwendigen Aufwand locker. Wer ihn kennt, weiß zudem, dass er einmal mehr seinen Kutter für das symbolische Anlande-Spektakel zur Eröffnung der Heringstage flott machen wird. Auf das beliebte Zeremoniell am 18.März um 10 Uhr an der Fischerpier, dürfen sich Hafenbesucher jetzt bereits freuen.

Doch zurück zum Appetitmacher-Effekt. Der Zufall schien ihm da recht zu geben. Denn für sein mühseliges Tun mit den Fischen schien sich plötzlich und unerwartet ein Ehepaar zu interessieren. „Was, gerade erst gefangen, das ist ja toll“, fanden die Beiden. Dann stand ihr Entschluss fest, das sie so etwas Frisches und direkt vom Kutter wohl nirgendwo anders bekommen.

Am Ende des kurzen Plausches gingen gleich zehn Kilo davon über die Kaikante und füllten mehrere Einkaufsbeutel. Da schien ja wirklich ungewöhnlich großer Appetit vorhanden zu sein. Darauf angesprochen, machten Sabine und Günter Lange, so gaben sie sich freundlich zu erkennen, keinen Hehl aus ihrer Vorliebe für diese sehr veredlungsfähigen Leckerbissen aus dem Meer. Wenige hundert Meter weiter füllten sie den Fisch gleich in eine große Kühlbox. Schließlich warten auch noch Freunde und Bekannte auf das kulinarische Mitbringsel aus der Hansestadt. Und weil die Fahrt im Auto nicht gleich um die Ecke endet, sondern in Seehausen, in der Altmark, muss bis dahin alles schön frisch bleiben.

„Dieses Ritual, Wismarbesuch mit Fischessen und Heringskauf, gönnen wir uns jedes Jahr. Ostseebesuch wird dann zur Pflicht“, erklären die beiden. Den obligatorischen Altstadtbummel hatten sie gerade hinter sich. Nur welches Fischrestaurant sie diesmal besuchen werden, da waren sie sich nach dem Besuch am Kutter noch nicht einig.

Dann erfuhren sie noch aus erster Hand von den Wismarer Heringstagen. Die Termine wollten sie sich auf jeden Fall merken.
 

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