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Rätsel um tragisches Unglück im Ostseebad Heringsdorf : Siebenjähriger stirbt bei Badeunfall

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In Höhe der Seebrücke entdecken Rettungsschwimmer zwei im Wasser treibende leblose Personen. Nach erster gelungener Wiederbelebung brachte ein Hubschrauber die Mutter und ihren Sohn ins Klinikum nach Greifswald.

svz.de von
erstellt am 08.Jul.2013 | 07:27 Uhr

Usedom | Dramatische Szenen am Sonntag im Ostseebad Heringsdorf: In Höhe der Seebrücke entdecken Rettungsschwimmer eine im Wasser treibende leblose Frau. Sofort wurde die 31-Jährige geborgen und noch vor Ort erfolgreich reanimiert. Badegäste informierten dann die Helfer, dass zu der Frau ein kleiner Junge gehöre. Kurz darauf entdeckten die Einsatzleute auch den leblosen Körper des Siebenjährigen im Wasser. Nach erster gelungener Wiederbelebung brachte ein Rettungshubschrauber Mutter und Sohn in das Klinikum Greifswald. Dort verstarb das Kind noch an den Folgen des Badeunfalls. Die Mutter schwebt weiterhin in Lebensgefahr.

Wie es zu dem Unglück kam, ist noch nicht geklärt. Nach Angaben der Polizei Anklam bestätigen Zeugenaussagen, dass Mutter und Sohn am Strand baden wollten. Die Obduktion des toten Kindes soll klären, woran der Junge starb. Äußere gewalttätige Einflüsse konnten bei der aus Pasewalk stammenden Mutter und ihrem Jungen von der Polizei ausgeschlossen werden.

Auch die Rettungskräfte können keine klaren Aussagen zu dem Tathergang treffen, mit Spekulationen über die Unfallursache hält man sich zurück. "Als sie die leblosen Körper im Wasser gesehen haben, taten die Kollegen ihr Bestes", versichert Thomas Powasserat vom DRK-Wasserrettungsdienst.

Rund 1300 Rettungsschwimmer der DRK Wasserwacht überwachen derzeit Badestellen in MV- 180 Rettungskräfte an 13 Stränden der Ostsee mit 36 Badetürmen und 55 Badestellen an Seen. "Und leider Gottes passieren dann trotzdem tragische Unfälle wie der vom Sonntag", bedauert Thomas Powasserat den Vorfall auf Usedom.

Auch vonseiten der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) ist man erschrocken über den Tod des Jungen. "Es ist einfach furchtbar", sagt Landespressesprecher Thorsten Erdmann. 1300 DLRG-Kräfte überblicken in der Hauptsaison vom 15. Mai bis zum 15. September 60 Kilometer Badestrand an den Küsten von MV. Mit den Kräften des DRK Wasserwacht eigentlich ausreichend, wie auch die Zahlen der Badetoten der vegangenen Jahre belegen. Denn die Quote ist rückläufig.

Deutschlandweit fiel die Zahl von 306 Bade-Verunglückten 2011 auf 268 im letzten Jahr. Vor 100 Jahren waren es noch 5000 Ertrunkene. In MV kamen 2012 vier Menschen an öffentlichen Badestellen ums Leben. Der Vorfall im Ostseebad Heringsdorf forderte den ersten Badetoten in der Saison 2013.

"Letztes Jahr wurden die Kollegen der Wasserrettung zu 138 Einsätzen an Stränden gerufen. Dabei ging es in 40 Fällen um Leben und Tod", erzählt Thorsten Erdmann von der DLRG. Die Zahlen sprechen nicht nur für die Leistung der Rettungsschwimmer, denn noch etwas Erschreckendes verbirgt sich hinter ihnen: Von den 40 lebensbedrohlichen Situationen waren in 38 Fällen Kinder unter 14 Jahren involviert. "Daher ist es unbedingt wichtig und erforderlich, dass Eltern nicht nur ein Auge auf ihre Sprösslinge werfen, sondern diese in der Schule das Schwimmen lernen", fordern DLRG und die DRK Wasserwacht.

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