zur Navigation springen

Zahntechnikerin Monique Melzer : Sie zeigt Zähne im Beruf mit (Ge-)Biss

vom

Im Plauer Dentallabor Bull riecht es ein bisschen wie beim Zahnarzt. An den typischen Geruch hat sich Monique Melzer längst gewöhnt. Vor drei Jahren begann sie ihre Ausbildung, heute arbeitet sie als Gesellin in dem Betrieb.

svz.de von
erstellt am 09.Mär.2012 | 10:39 Uhr

Plau am See | Im Plauer Dentallabor Bull riecht es ein bisschen wie beim Zahnarzt. Etwas bissig und ein wenig nach Desinfektionsmittel. An den typischen Geruch hat sich Monique Melzer längst gewöhnt. Auch daran, dass es sich bei ihrer Arbeit oft anhört, wie beim Zahnarzt. Bohrer surren, Schleifgeräte schmirgeln über das Material. Für Monique Melzer ist das alles längst zum Alltag geworden. Vor drei Jahren begann die Kuppentinerin ihre Ausbildung zur Zahntechnikerin, heute arbeitet sie als Gesellin in dem Betrieb. Ihre Ausbildung hat sie abgeschlossen. Und wie.

Eine gewöhnliche Auszubildende, das war die 23-Jährige nie. Und das liegt nicht nur am Piercing in ihrer Unterlippe und den pechschwarz gefärbten Haaren. Nein, es liegt vor allem am überdurchschnittlichen Talent der jungen Frau. "Eine Auszubildende mit so einer Begabung begegnet einem nicht alle Tage", sagt auch Chefin Regina Bull.

Schon als Monique Melzer sich bei Regina Bull um einen Ausbildungsplatz bewarb und einen Eignungstest im Dentallabor in der Lübzer Chaussee machte, fiel der Zahntechnikmeisterin das Geschick der jungen Frau auf. "Manche tun sich mit den handwerklich nicht einfachen Aufgaben wie dem Modellieren schwer, aber sie beherrschte das schnell und behielt vor allen Dingen alles sehr gut im Gedächtnis", sagt Bull. Es sei schließlich ein künstlerischer Beruf, bei dem es einiges an Fingerspitzengefühl brauche. "Kunst und Werken waren meine Lieblingsfächer in der Schule - und ein Bürojob kam für mich sowieso nie in Frage", sagt Melzer.

Nach dem Abitur war für sie deshalb der Berufsweg klar. Regina Bull stellte sie als Auszubildende ein. Bereut hat sie das nicht. Im Gegenteil: Melzer überzeugte auf ganzer Linie, landete beim Handwerkskammer-Wettbewerb "Top Azubi 2010" sogar im Finale. Auch Melzer selbst ist mit der Wahl ihres Berufes auch nach drei Ausbildungsjahren sehr glücklich. "Es macht mir richtig viel Spaß", sagt sie.

Spaß haben ihr anscheinend auch die Abschlussprüfungen gemacht. 97 von 100 möglichen Punkten erreichte sie in der theoretischen, 90 in der praktischen Prüfung. Klassenbeste. "Das sind wirklich außergewöhnlich gute Ergebnisse und ich bin sehr stolz auf sie", sagt Regina Bull.

Ende Februar war die Freisprechung, geändert hat sich für Monique Melzer seitdem jedoch ziemlich wenig. Anfang März hat sie ihre Stelle als Gesellin angetreten. "Das fühlt sich gut an", sagt sie und lacht. Sie freut sich im Gegensatz zu vielen anderen Menschen ihres Alters auch darüber, in der Region bleiben zu können. "Meine Familie wohnt hier und da ist es schön, hier bleiben zu können", sagt sie. Endlich einmal jemand, der es als Vorteil sieht, in der Region zu bleiben. Auch dem Fachkräftemangel wirkt die Neu-Zahntechnikerin entgegen. "Im Moment haben wir das Problem nicht - wir sorgen für unseren Nachwuchs", sagt Regina Bull. Doch eines muss auch sie gestehen: Ein neuer Auszubildender ist noch nicht gefunden.

Die Zukunft will Monique Melzer gemächlich auf sich zukommen lassen. Überstürzen will sie nichts. Ein Zahnmedizin-Studium, das viele erfolgreiche Zahntechniker nach ihrer Ausbildung beginnen, kommt für sie nicht in Frage. Der Meister schon - aber noch nicht gleich. "Zuerst einmal möchte ich Berufserfahrung sammeln", sagt sie. Will Melzer den Meister machen, dann kann sie auf die Unterstützung ihrer Chefin hoffen. Acht Angestellte hat Regina Bull, sechs davon sind Zahntechniker. Ein Meister mehr - schaden könne das nicht.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen