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Mecklenburg-Vorpommern

17. November 2017 | 18:57 Uhr

Sie sind die Lebensretter vom Strand

vom

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erstellt am 08.Aug.2012 | 09:24 Uhr

Warnemünde | Sie erledigen mit den wichtigsten Job am Strand: Die Rettungsschwimmer der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Die meist jungen Leute haben zwischen 10 und 19 Uhr die Badegäste im Blick. Und das leisten alle im Ehrenamt und bekommen dafür nur eine Aufwandsentschädigung.

"30 bis 40 Einsätze haben wir jährlich auf den sieben Türmen in Warnemünde und den fünf in Markgrafenheide", sagt Tony Wilken. Der 21-Jährige ist seit sechs Jahren dabei, absolviert eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Dieses Ehrenamt hat seine Berufswahl beeinflusst, er absolvierte vorher eine Ausbildung zum Rettungssanitäter.

Wie viele andere opfert Wilken von seinen drei Wochen Jahresurlaub zwei für diesen Job. Viele kommen auch in ihren Schul- oder Semesterferien, wie Olga Dragunowa, die in Saarbrücken Psychologie studiert. Die 22-Jährige ist bereits zum wiederholten Mal in ihren Semester ferien im Einsatz. "In diesem Jahr hat es noch keinen Badeunfall gegeben, es gab mehrmals Vorfälle wie Schlaganfälle oder andere gesundheit liche Probleme", erklärt Wilken. Er ist früher auch bei einem Einsatz beteiligt gewesen, wo jemand nach einer Wiederbelebung wieder zu sich gekommen ist und gerettet werden konnte. "In dem Fall hatten wir Glück, das gerade ein Notärztin am Strand gesessen hat."

Manchmal sind es auch kleine Verletzungen, mit denen Strandbesucher an den Turm kommen. "Es ist aber auch schon vorgekommen, dass Frauen ohne Verletzung wegen eines attraktiven Rettungsschwimmers gekommen sind und deshalb vorgegeben haben, sich verletzt zu haben", sagt Olga. "Männer, die solche Interessen verfolgen, kommen eher mit konkreten Fragen nach der Temperatur oder etwas anderem", sagt sie schmunzelnd.

Bestimmte Sachen beobachten die Retter täglich: Beim Einlaufen der Fähre und den dann einsetzenden Bugwellen laufen viele Gäste ins Wasser, um sich in die Wellen zu werfen. "Wir vom Turm nennen das scherzhaft Ameisen rennen", sagt Wilke. Denn von oben sehe es immer wie ein großes Gewusel aus, wenn so viele Menschen gleichzeitig ganz schnell ins Wasser laufen. Ein Albtraum sind immer dramatische Unfälle mit Kindern oder Schwangeren. "Das wünscht sich keiner", sagt Wilken.

Deshalb werden bei Sturm Flaggen gehisst, die ein Badeverbot für Kinder oder im Extremfall für alle aussprechen. Muss es mal schnell gehen, kommt am Strand ein Buggy zum Einsatz oder wird ein Schlauchboot geholt. "Wir müssen mit unseren Kräften auch haushalten, wir müssen ja nicht nur bis zu den Verletzten schwimmen, sondern auch noch mit ihnen zurückkommen", erklärt er.

Zu den Neulingen auf Turm 3 gehören Arian Baume (16) und Lisa Wünsche (17). Der 16-Jährige Arian hat vergangenes Jahr hier ein Praktikum gemacht und war so angetan, dass er wiede rgekommen ist. Lisa kommt aus einem bayrischen Dorf, wo es auch eine Wasserwacht gibt. "Der Kontrast, hier am Meer zu arbeiten, gefällt mir." Sie will wiederkommen. So wie Psychologie studentin Olga und viele andere auch.

Der Einsatz der Rettungsschwimmer ist wichtig, hat er doch schon oft geholfen, Leben zu retten.

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