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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 12:23 Uhr

Wahlplakate in MV : Sie hängen noch

vom
Aus der Onlineredaktion

Eigentlich müssten die Wahlplakate der Parteien verschwunden sein...

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Die festgelegte Zeitspanne macht es den Parteien und ihren Bewerbern nicht leicht. Sechs Wochen vor Beginn der Bundestagswahl durften sie anfangen, sich quer durch Stadt und Land zu plakatieren. Keine Kreuzung ließen sie aus, keine Laterne, an der man nicht lesen konnte, es bräuchte Sicherheit und Ordnung oder Bikinis statt Burkas. Danach aber, der Wähler hat über Wohl und Wehe entschieden, bleiben Siegern wie Verlierern der Wahl nur zwei Wochen, um ihre auf Pappe gedruckten Versprechen zu entsorgen.

Doch einen Tag nach dem Ablauf der Frist konnte man sie immer noch sehen. Da lag Genosse Frank Junge, SPD-Bundestagsabgeordneter für Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim, im nassen und vom Laub bedeckten Gras in Lübz, Kreiener Straße. Ein Bild mit Symbolkraft, die Sozialdemokratie am Boden. Nachfrage in Junges Bürgerbüro in Parchim. Ja, die Genossen geben ihr Bestes, um auch noch die restlichen Plakate aufzuspüren und abzuhängen, sagt Mitarbeiterin Jana Haak. Aber natürlich, bei der Vielzahl, dem Vernehmen nach weit über 10  000 Stück, kann schon mal eines vergessen werden. Sie bittet darum, Ort und Straße durchzugeben, dass auch Lübz ab sofort Junge-frei ist.

Gleiches gilt für den Bundestagsabgeordneten Dietrich Monstadt, CDU. Noch gestern hingen seine Plakate in Krembz, Klein Schmöhlen und Schwerin, vor der Astrid-Lindgren-Schule und im Stadtteil Krebsförden. „Wir sind einsichtig“, sagt Monstadt. Gestern Morgen hätte er noch selber eines abgenommen. Wahlkampf sei anstrengend, erklärt er. Helfer seien jetzt zum Teil im Urlaub oder anderweitig verhindert. Die Kommunen seien auch schon angeschrieben, damit sie wissen, es wird sich gekümmert. Auch er will die genauen Straßen erfahren, damit gleich abgehängt werden kann.

Die selbst ernannte „Alternative“ muss ebenfalls noch aufräumen. Aus der Landesgeschäftsstelle heißt es, man würde sich an die Aufforderung der Ordnungsämter halten. Ihrem Wissen nach seien alle Plakate schon weg. Dabei hängen sie noch in Neu Kaliß Ortsteil Heiddorf, Strohkirchen, Weberin, Schwerin, Kritzow, Gadebusch. Die anderen Parteien nicht zu vergessen: Plakate der Grünen in Schwerin und Krembz, die FDP in Rehna, die Linke in Bülow, Freie Wähler in Sternberg...

Und was sagt das Ordnungsamt? Das vom Landkreis Ludwigslust-Parchim verweist darauf, am besten noch mal am Mittwoch anzurufen, der Wahlkreisleiter sei gerade nicht da. Und Schwerin handhabt es so: Wenn noch was hängt, werden die Parteien ermahnt. Wenn sie dann nicht unverzüglich entfernen, nehmen sie es selber ab und stellen es in Rechnung. Das kostet 50 Euro pro Plakat.

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