Altenparlament : Sie geben Rentnern eine Stimme

Gerade Arztpraxen müssen gut erreichbar sein – natürlich barrierefrei, findet Bernd Rosenheinrich, Vorsitzender des 9. Altenparlaments MV.
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Gerade Arztpraxen müssen gut erreichbar sein – natürlich barrierefrei, findet Bernd Rosenheinrich, Vorsitzender des 9. Altenparlaments MV.

Altersgerechtes Wohnen, Mobilität, Rente – das 9. Altenparlament hat getagt

svz.de von
17. März 2016, 12:00 Uhr

„Die ältere Generation wird immer größer. Doch es gibt einfach nicht genügend Wohnraum – jedenfalls nicht altersgerecht“, sagte Eckhard Knoll, Mitglied des Kreisseniorenbeirates Rostock. Er ist einer von 71 Delegierten aus 27 verschiedenen Seniorenorganisationen.Gestern trafen sie sich in der Schweriner Ritterstube zum 9. Altenparlament Mecklenburg-Vorpommerns.

„Wir sind da um Probleme, Ideen und Wünsche der Rentner an die Landesregierung heranzutragen“, erklärte Bernd Rosenheinrich, Vorsitzender des Parlaments. Seit 1999 trifft sich das Altenparlament alle zwei Jahre. „Die Vorbereitungen dauern etwa 1,5 Jahre“, so Rosenheinrich. Die Delegierten würden sich in dieser Zeit immer wieder treffen und die Probleme, die sie von anderen Rentnern in ihren Organisationen zu hören bekämen, besprechen. Und dieses Mal standen die Themen „Wohnen im Alter“ und „Sicherung der Infrastruktur“ auf der Tagesordnung.

Doch noch bevor diese Anträge diskutiert werden konnten, versprach Ministerpräsident Erwin Sellering, dass er sich um die Angleichung der Rente in Ost und West kümmern wolle. Bis 2019 versprach er diese „Ungerechtigkeit“ auszugleichen.

Der Antrag „Wohnen im Alter“ wurde gestern besonders heftig diskutiert: „Es darf nicht sein, dass Wohnungen saniert und altersgerecht umgebaut werden, dann aber nicht mehr bezahlbar sind“, sagte Carmen Weinkauf vom Sozialverein ISOR. Der gleichen Meinung ist auch Peter Sobottka vom Seniorenbeirat der Hansestadt Stralsund. „Bei uns gibt es im Wohngebiet Knieper West zwei Plattenbauten aus den 60ger Jahren. Dort leben viele alte Menschen, jedoch fehlt einfach das Geld um Aufzüge einzubauen“, berichtete er. Den Genossenschaften und der Wohnungsbaugesellschaft fehle einfach das Geld. Sie seien auf Fördermittel vom Land angewiesen. Die Delegierten fordern aber auch eine Förderung von Vereinen und Verbänden, die sich um Menschen mit Behinderungen, Seniorensport und um das Wohl der Älteren kümmern. „Es geht ja auch darum, dass die Menschen in ihrem vertrauten Wohnumfeld leben können“, erklärte Bernd Rosenheinrich.

Der zweite Antrag sorgte nicht für weniger Gesprächsstoff. In ihm wurde die Mobilität im Alter thematisiert. So stellte Horst Ungelenk vom Kreisseniorenbeirat Mecklenburgische Seenplatte die Frage nach flächendeckenden Bus- und Bahnverbindungen – auch an Fest- und Feiertagen. „Gerade Arztpraxen müssen gut erreichbar sein – natürlich barrierefrei“, so Rosenheinrich.

Beide Anträge wurden gestern vom Altenparlament beschlossen und sollen in den kommenden Tagen schriftlich der Landesregierung übergeben werden. „Wir hoffen, dass die Regierung sich dann ausgiebig damit beschäftigt und reagiert“, so Rosenheinrich. Gespannt sei er insbesondere darauf, welche Partei welche Punkte aus den Anträgen in ihr Wahlprogramm aufnehme. „Im September wird es spannend.“

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