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Serie „Gutes von hier“ : Sie geben Häusern ein Gesicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

1990 entschied sich Ronald Pribbernow für seine Heimatstadt / Sein Tischlerei- und Ausbaubetrieb ist heute weit über Parchim hinaus gefragt

von
erstellt am 04.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Das Hundertwasserhaus in Magdeburg trägt auch die Handschrift von Parchimer Handwerkern: Die in der Kreisstadt ansässige Firma Pribbernow + Mühlke GmbH leistete die Tischler- und Innenausbauarbeiten für das 2007 erbaute Gebäude, in dem es keine einzige rechtwinklige Ecke gibt. Sämtliche Türen in unterschiedlichem Design und in verschiedenen Größen sind solide Parchimer Handwerksarbeit, ebenso wie die Fenster: Wer ein wenig mit Hundertwassers Philosophie vertraut ist, weiß, dass der österreichische Künstler den „Augen“ seiner Häuser eine herausragende Bedeutung beimaß und vor allem die Ungradlinigkeit liebte: 145 „Augen“ hat das Magdeburger Gebäude, und es gibt wirklich kein einziges Fenster, das dem anderen gleich wäre.


Langjährige Mitarbeiter bilden das Rückgrat


Als Spezialist für Fenster, Türen, innere Tischlerarbeiten sowie Einbaumöbel und als versierter Objektbauer eilt der Firma Pribbernow + Mühlke ein exzellenter Ruf bei privaten Häuslebauern und Investoren von Wirtschaftsgebäuden gleichermaßen voraus. Etwa 80 Prozent der Leistungen des Unternehmens werden heute operativ direkt auf Objektbaustellen ausgeführt. 20 sehr gut qualifizierte Mitarbeiter, überwiegend Tischler, bilden das Rückgrat des 1990 gegründeten Unternehmens, das bei Bedarf jederzeit auf ein breites Netzwerk an bewährten Nachunternehmen zurückgreifen kann.

Und das wird in den nächsten Monaten definitiv noch oft passieren, denn auch im Jubiläumsjahr gibt es viel, sehr viel für das Parchimer Unternehmen zu tun. Eben erst noch stattete Pribbernow + Mühlke den neuen Service-Standort für die Tourismus GmbH auf dem Hamburger Hauptbahnhof aus. Aktuelle Baustellen sind u. a. die Evangelische Schule in Hagenow sowie eine Schule in Wakenitz und die Staatskanzlei in Schwerin.

Stolz macht den Chef, dass viele seiner Leute dem Unternehmen schon sehr lange die Treue halten, wie zum Beispiel Polier Andreas Hanhues oder Objektbauleiter Andreas Jahnke, die im Februar bzw. April 1991 ihren Arbeitsvertrag unterschrieben.  So gehörten auch sie bereits 2001 zur Crew beim Hamburger Elbtunnel-Projekt, das Ronald Pribbernow als einen Meilenstein in der Firmengeschichte sieht: Sein Unternehmen stattete damals die vierte Elbröhre mit innovativen Brandschutzplatten aus, die mit einem belgischen Hersteller speziell für Hamburg entwickelt wurden. Insgesamt rund 40 000 Quadratmeter dieser Platten wurden damals verbaut. Der Großauftrag band fast ein Jahr die gesamte Manpower des Unternehmens.

Die Hansestadt ist für die Parchimer Firma schon seit fast zwei Jahrzehnten ein großer Markt. Als SAP Deutschland 2002 in der Hafencity das erste Gebäude errichtete, führten die Handwerker von Pribbernow + Mühlke hier die kompletten Tischlerarbeiten aus. Aktuell ist das mecklenburgische Unternehmen in Hamburg in die Sanierung des Bundesbank-Gebäudes eingebunden.


Chef engagiert sich in der Tischler-Innung


Als Unternehmer bekennt sich Ronald Pribbernow verbindlich zu den Qualitätsstandards des Handwerks und zur Tarifzugehörigkeit: Der Diplomingenieur ist Mitglied der Tischler-Innung, engagiert sich persönlich als stellvertretender Obermeister seiner Innung für die Parchimer Region und als stellvertretender Obermeister des Landes-Innungsverbandes.

Obwohl das Jahr 25 seines Unternehmens wirklich ein Grund zum Feiern ist, weil Arbeit ohne Ende da ist und er auf sein bodenständiges Team schwört, blickt Ronald Pribbernow mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Stichwort demografischer Wandel: Gute Leute, motivierten Berufsnachwuchs zu bekommen, sei heute immer schwieriger, zumal die Wirtschaftsmetropole Hamburg unser Bundesland nicht nur bei der Vergabe von Aufträgen, sondern ebenfalls bei der Personalgewinnung als Einzugsgebiet sieht. „Das betrachten wir momentan mit Sorge“, gibt der Firmenchef zu bedenken. Allerdings sei auch immer mehr der Tenor zu spüren, dass gerade junge Leute liebäugeln, in ihre Heimatregion zurückzukommen. „Aber es muss sich auch lohnen, hier zu leben“, lautet sein Appell an die Stadtväter: So habe er in jüngerer Vergangenheit zwei junge Leute verloren, weil es Parchim nicht geschafft hat, Baugrundstücke zur Verfügung zu stellen. „Dafür wünsche ich dem neuen Bürgermeister mehr Geschick.“

Der 25. Firmengeburtstag wird auf den Tag genau am 3. Juli am Standort in der Stegemannstraße gefeiert, wo Pribbernow + Mühlke seit dem 7. Dezember 1993 ansässig ist. Die Produktionsstätte der ehemaligen Möbelwerke hatte die Firma damals von der Treuhand erworben. Im Jahr 1999 übernahm das Unternehmen die Tischlerei Trefzger, die heute die Möbel- und Fenstertischlerei am Standort vorhält.
 

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