Städte- und Gemeindetag : Sichere Spielplätze für MV

Kommunen müssen für die Reinigung und die Sicherheit auf Spielplätzen jährlich größere Geldsummen in den Haushalten einplanen.
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Kommunen müssen für die Reinigung und die Sicherheit auf Spielplätzen jährlich größere Geldsummen in den Haushalten einplanen.

Vandalismus belastet Kommunalkassen: Zusätzliche Abfallbehälter und Spielgeräte aus Stahl als Alternative

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19. April 2015, 20:00 Uhr

Allen elektronischen Verlockungen zum Trotz gelten Spielplätze noch immer als beliebter Treffpunkt für Jungs und Mädchen nach Schulschluss. Mütter machen auf Spaziergängen mit Kleinkindern ebenfalls gern dort Halt. Doch auch für Halbwüchsige scheinen manche dieser Plätze magische Anziehungskraft auszuüben. Was sie aber dort hinterlassen und mitunter anrichten, das verärgert junge Familien und belastet die Kommunalkassen. Ungeachtet fortwährender Appelle und regelmäßiger Kontrollen bleibt Vandalismus auf Spielplätzen ein Thema, wie eine dpa-Umfrage ergab. Doch auch der nötige Geräteersatz nach normalem Verschleiß ist ein Kostenfaktor.

„Immer wieder klagen Kommunen über Zigarettenkippen und Flaschen in den Sandgruben oder angekokelte und demolierte Klettergerüste. Zusätzliche Reinigungen, Reparaturen und Ersatz verursachen natürlich Extrakosten“, beschreibt Klaus-Michael Glaser vom Städte- und Gemeindetag die finanziellen Folgen für die Kommunen. Eine landesweite Zunahme solcher Fälle sei aber nicht zu verzeichnen.Vielfach seien Spielplätze - wie auch Bushaltestellen - in Ermangelung von Alternativen der einzige Treffpunkt für junge Leute. „Ein Spielplatz wird dann auch schon mal multifunktional genutzt“, meint Glaser.

Vielerorts hätten zusätzliche Abfallbehälter am Spielplatzrand dazu geführt, dass weniger Müll im Sand landet.

Auch in Rostock seien bei den wöchentlichen Kontrollen die Spuren von Vandalismus kaum zu übersehen. „Da werden sogar Edelstahlketten von Spielgeräten abgebaut. Und auch Graffiti sind ein ewiges Ärgernis“, berichtet Christine Kursawe, die in der Hansestadt Verantwortung für 236 Spielplätze trägt. 240 000 Euro seien jährlich für Unterhalt und Baumaßnahmen eingeplant. Zur Kostendämpfung würden mehr Spielgeräte aus Stahl und Kunststoff aufgestellt. „Die sind meist langlebiger und im Unterhalt preiswerter als Anlagen aus Holz“, sagt Kursawe.

In der Landeshauptstadt Schwerin werden die von Randalierern auf Spielplätzen verursachten Kosten auf knapp 10 000 Euro im Jahr geschätzt. Das ist ein Zehntel der für die Sanierung von Spielplätzen und den Austausch von Wippen, Rutschen und Klettergerüsten vorgesehenen Mittel. Ein Trupp von vier Mitarbeitern kontrolliere regelmäßig die 78 öffentlichen Spielplätze und der stadteigene Havariedienst erledige kleinere Reparaturen rasch, sagte Sabine Könn von der Stadtverwaltung.

90 000 Euro im Jahr lässt sich Neubrandenburg die regelmäßige Kontrolle durch geschulte Spielplatzkontrolleure kosten, um so die Sicherheit für Kinder zu gewährleisten. Das ist fast so viel wie die Stadt für Pflege- sowie Instandhaltungskosten einplant. Neubrandenburg habe 94 öffentliche Spielplätze mit einer Gesamtfläche von 180 000 Quadratmetern. Wie Sprecherin Kathleen Bötel weiter hervorhebt, verfüge die Stadt damit über durchschnittlich 2,8 Quadratmeter Spielplatzfläche je Einwohner, fast doppelt so viel, wie der Goldene Plan der Deutschen Olympischen Gesellschaft empfehle.

Nur geringe Vandalismusschäden verzeichnet Greifswald. „Die Bürger sind sehr bedacht und achtsam“, sagt Sprecherin Andrea Reimann. Für neue Spielgeräte auf den 37 öffentlichen Spielplätzen sowie für Reparaturen habe die Stadt im Vorjahr rund 55 000 Euro ausgegeben.Dazu kommen, wie in den anderen Städten auch, Ausgaben für Reinigung und Pflege der Anlagen in ähnlicher Größenordnung.

Nach den Erfahrungen des Bundesverbandes der Spielplatzgeräte- und Freizeitanlagen-Hersteller in Ratingen reagieren viele Städte auf vermehrte Vandalismusfälle mit dem verstärkten Einsatz von Stahlspielgeräten. Im Allgemeinen aber werde der Kombination von Holz- und Stahlgeräten wegen unterschiedlichster Gestaltungsmöglichkeiten weiterhin der Vorzug gegeben, wie Verbandssprecher Gerold Gubitz sagte.

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