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Serie "Finanz-Wissen" : Sich für den Ernstfall absichern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Teil 13: Berufsunfähigkeitsversicherung – eine der wichtigsten privaten Versicherungen / Professionelle Beratung ist wichtig

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 11:50 Uhr

Die meisten Deutschen sind darauf angewiesen arbeiten zu gehen, um ein regelmäßiges Einkommen zu erzielen. Damit ist die eigene Arbeitskraft, abgesehen von Gesundheit, Liebe und Glück, das höchste Gut junger Menschen. Schaut man sich den in der gesetzlichen Rentenversicherung so oft vorzufindenden Standard-Eckrentner an, so hat dessen Arbeitskraft zu Beginn seines Arbeitslebens einen Gesamtwert von ungefähr 1,35 Millionen Euro.

Was passiert jedoch, wenn es auf diesem Weg zum Rentenbeginn zu einer körperlichen Beeinträchtigung kommt und das Einkommen plötzlich wegfällt? Gesetzlich rentenversicherte Arbeitnehmer haben in diesem Fall Anspruch auf eine sogenannte Rente wegen voller Erwerbsminderung sofern der Versicherte, abgesehen von der Erfüllung versicherungsrechtlicher Voraussetzungen, gar keine Tätigkeit mehr in einem Umfang von mindestens drei Stunden täglich ausüben kann. In der jährlich zugesandten Renteninformation wird die mögliche Höhe dieser Rente dargestellt.

Sofern der Versicherte noch bis unter sechs Stunden täglich einer Tätigkeit nachgehen kann, könnte ein Anspruch auf Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bestehen. Diese beträgt die Hälfte des in der Renteninformation ausgewiesenen Wertes. Wichtig bei beiden Rentenarten ist, dass es keinen Bezug zur vorher ausgeübten beruflichen Tätigkeit gibt.

Auch private Versicherungsunternehmen kennen solche Rentenarten unter dem Begriff der Erwerbsunfähigkeitsrenten. Darüber hinaus haben die privaten Lebensversicherer aber auch echte Berufsunfähigkeitsrentenversicherungen im Angebot. Diese gehen konkret auf den zuvor ausgeübten Beruf ein und kommen immer dann zur Auszahlung, wenn diese konkrete Tätigkeit zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann. Damit haben sie von allen Absicherungsvarianten den größten Bezug zur vorher ausgeübten Tätigkeit. Ob der Versicherte theoretisch noch irgendeine andere Tätigkeit ausüben könnte, ist dabei meist unerheblich, da neuere Verträge zum größten Teil auf die sogenannte abstrakte Verweisung verzichten.

Die versicherte Rente sollte ausreichend hoch bemessen sein und ca. 80 Prozent des Nettoeinkommens betragen. Damit der Berufsunfähigkeitsschutz mitwächst, sollte ein Dynamikrecht vereinbart werden. Dieses gibt dem Versicherten das Recht, den Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung anzupassen. Die jährlichen Schreiben der Versicherer zur Anpassung des Versicherungsschutzes stellen dabei lediglich Angebote dar, die auch abgelehnt werden können. Darüber hinaus sollte man darauf achten, dass vielfältige Nachversicherungsgarantien vertraglich vereinbart sind. Diese geben dem Versicherungsnehmer das Recht, den Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung sprunghaft aufzustocken.

Neben den üblichen ereignisabhängigen Nachversicherungsgarantien, etwa bei Heirat, Geburt eines Kindes oder Abschluss einer Ausbildung, bieten die Versicherer auch zunehmend ereignisunabhängige Nachversicherungsgarantien an. Die Versicherungsdauer der Berufsunfähigkeitsversicherung sollte bis an den geplanten Rentenbeginn heranreichen. Für gesetzlich Rentenversicherte bedeutet dies, dass der Versicherungsvertrag möglichst bis zum 67. Geburtstag Versicherungsschutz bieten sollte.

Allerdings fordern die Versicherer im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung mittlerweile eine sehr detaillierte Gesundheitsprüfung. Dabei werden die medizinischen Befunde immer gewichtiger, was leider immer öfter dazu führt, dass der Versicherer aufgrund der Krankengeschichte nur eingeschränkten Versicherungsschutz bieten will und bestimmte Vorerkrankungen vom Versicherungsschutz ausschließt. Auch Ablehnungen aufgrund der Krankengeschichte nehmen immer mehr zu. Aufgrund ständig strenger werdender Annahmerichtlinien der Versicherer führt dies dazu, dass immer größere Teile der Bevölkerung nicht mehr erreicht werden können.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den wichtigsten privaten Versicherungsverträgen. Da der Markt sehr unübersichtlich ist und viele Fallstricke bereit hält sollten Berufsunfähigkeitsversicherungen nur mit Hilfe professioneller Beratung eingerichtet werden.

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