zur Navigation springen

Ehrenamt in MV : Sich engagieren und was bewegen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vereine präsentieren sich auf Ehrenamtsmesse

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2016 | 11:45 Uhr

Oftmals bekommt man gar nicht mit, wo und auf welche unterschiedliche Art und Weise sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Ob es nur ein paar Stunden im Monat sind oder die gesamte Freizeit – mit voller Hingabe setzten sie sich für eine bessere Gesellschaft, für ein besseres Miteinander ein, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Angebote, um sich zu engagieren gibt es viele. Wer wissen will, welches Ehrenamt am besten zu ihm passt, kann sich bei den Ehrenamtsmessen, die das Deutsche Rote Kreuz im Land organisiert, informieren.

Die Termine der Ehrenamtsmesse

• Schwerin: 13. Februar, Gymnasium Fridericianum 10 - 17 Uhr
• Sievershagen:  20. Februar, Ostseepark 10 - 18 Uhr
• Greifswald: 27. Februar, Pommersches Landesmuseum 11-16 Uhr
• Wismar: 5. bis 6. März, Bürgerpark, 10 - 18 Uhr
• Stralsund:, 12. März, Rathauskeller, 11-16 Uhr
• Stavenhagen: 19. März, Reuterstädter Gesamtschule, 10 - 15 Uhr

Weitere Infos unter: www.ehrenamtmessen-mv.de

Unter dem Motto „Sich engagieren – was bewegen“ reist die Infoveranstaltung durchs Land. Erste Station ist das Gymnasium Fridericianum in Schwerin. 55 Vereine, Verbände und Initiativen werden sich am morgigen Samstag hier präsentieren. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), der die Schirmherrschaft übernommen hat, wird gemeinsam mit Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) die Veranstaltung eröffnen.

„Es geht nicht nur darum, Ehrenamtler zu gewinnen, sondern auch aufzuzeigen, was gibt es eigentlich alles an Möglichkeiten“, erklärt Karin Hoffmann, Projektgruppenleiterin der Ehrenamtsmesse. Und das seien viele. So stellten sich unter anderem Vereine im Bereich Soziales, Gesundheit, Kultur, Rettungswesen, Natur und Umwelt vor. Weitere Themen sind Technik, Eine Welt, Sport und lebenslanges Lernen.

Besonders freue sich Hoffmann auch über die Teilnehme des Münchener Vereins „Make a wish“, der Kindern mit einer lebensbedrohlichen Krankheit einen langersehnten Wunsch erfüllt. „Es ist schön, dass unsere Messe auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt wird“, meint Hoffmann. Auch für die, die aktuell kein Ehrenamt suchen, biete die Messe viel: Für Kinder gibt es eine Hüpfburg sowie Aktions-Parcours und Kinderschminken. Das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr demonstrieren auf dem Gelände, wie sie einen Menschen aus einem Unfallfahrzeug schneiden. Außerdem wird es auch in diesem Jahr wieder einen Blutspende-Marathon geben, an dem sich Betriebe und Vereine beteiligen können.

Los geht die Messe am Samstag um 10 Uhr. Im Zeitraum von 2008 bis 2015 sind insgesamt 50 Messen mit insgesamt 2282 Ausstellern und mehr als 50 000 Besuchern durchgeführt worden. In diesem Jahr finden die Messen zum neunten Mal statt.

<p>Lena Lukow aus Bad Doberan (18) - Jugendmedienverband MV</p>

Lena Lukow aus Bad Doberan (18) - Jugendmedienverband MV

Seit wann üben Sie ein Ehrenamt aus?
Im Herbst 2014 bin ich Mitglied beim Jugendmedienverband Mecklenburg-Vorpommern (jmmv) geworden und bin dort seitdem aktiv.

Was genau machen Sie da?
Beim jmmv gibt es viel zu tun: Workshops planen, organisieren und durchführen, den Versand packen und Artikel für unsere Mitgliederzeitung schreiben.

Warum machen Sie das?
Mir gefällt, dass wir Jugendlichen in MV die Möglichkeit bieten, Medien besser kennenzulernen und ihnen helfen, sich zu vernetzen. Außerdem trifft man viele spannende Leute und lernt selbst  viel Neues.

Welche Schwierigkeiten bringt das Ehrenamt mit sich?
Ich mache zur Zeit mein Abitur und manchmal ist es wirklich schwierig, das alles unter einen Hut zu bringen. Es ist zum Beispiel schwierig, vormittags zu Veranstaltungen zu gehen, weil ich nicht so oft in der Schule fehlen kann.

Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?
Es wäre  super, wenn Ehrenamtler im öffentlichen Nahverkehr kostenlos fahren dürften.

<p>Katrin Springer aus Schwerin (58) - Grüne Damen</p>

Katrin Springer aus Schwerin (58) - Grüne Damen

 

Seit wann üben Sie ein Ehrenamt aus?
Ich bin seit 2006 als Grüne Dame tätig.

Was genau machen Sie da?
Die grünen Damen oder auch Herren arbeiten in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen. Wir sind begleitend und ergänzend zum hauptamtlichen Personal unterwegs. Das heißt, wie machen Besuchsdienste, führen Gespräche, hören zu. Wir sind einfach da.

Warum machen Sie das?
Für mich  ist das  ein humanitärer Dienst in der Gesellschaft. Ohne Ehrenamt würde diese heute gar nicht mehr funktionieren.

Welche Schwierigkeiten gibt es?
Man sollte wissen, dass man sich bei diesem Ehrenamt mit kranken und alten Menschen auseinander setzt. Das sind besondere Befindlichkeiten. Man muss in der Lage sein, zuzuhören und sich selbst zurückzunehmen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich würde mir wünschen, dass weiterhin das Ehrenamt im Fokus bleibt. Früher war das Ehrenamt kaum bekannt. Das hat sich in den neuen Bundesländern zunehmend gebessert. Ich würde mir wünschen, dass es auch weiterhin ein politisches Thema bleibt.

<p>Ralf Arnoldt aus  Perleberg (46) - Feuerwehrmann</p>

Ralf Arnoldt aus  Perleberg (46) - Feuerwehrmann

 

Seit wann üben Sie ein Ehrenamt aus?
Im Juni bin ich genau 30 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Was genau machen Sie da?
Bei der Freiwilligen  Feuerwehr Perleberg arbeite ich unter anderem als Zugführer. Außerdem bin ich Leiter des Brandschutzmobils. Das heißt, ich kümmere mich um die Brandschutzerziehung in Schulen und Kindertagesstätten. Dabei erkläre ich den richtigen Umgang im Brandfall.

Warum machen Sie das?
Vor allem, weil es mir einfach Spaß macht, mit Leuten zu arbeiten und anderen zu helfen.

Welche Schwierigkeiten gibt es?
Wie bei vielen Ehrenämtern haben wir auch das Problem der Nachwuchsgewinnung und Finanzierung.  Ein weiteres Problem ist, dass einige Arbeitgeber ihren Angestellten nicht frei geben, damit diese zu einem Einsatz können.

Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?
Dass die Bürger auch das annehmen, was wir ihnen erklären. Z.B., dass Rauchmelder kein Spaß sind. Und ich wünsche mir, dass die Arbeitgeber mehr Verständnis für das Ehrenamt haben. Allen, die ihren Angestellten im Notfall frei geben, danke ich.

<p>Maibritt Wendig aus Schwerin (51) - Kunstlehrerin</p>

Maibritt Wendig aus Schwerin (51) - Kunstlehrerin

Seit wann üben Sie ein Ehrenamt aus?
Vor ungefähr zehn Jahre bin ich zum Glauben gekommen. Seitdem bin ich auch in der Kirchengemeinschaft der Bernogemeinde ehrenamtlich tätig.

Was genau machen Sie da?
Ich bin zum einen in der Gemeindeleitung tätig. Einmal im Monat veranstalte ich außerdem den Kurs „Kunst für die Seele“, zu dem jeder kommen kann.

Warum machen Sie das?
Weil Gemeinschaft einfach wichtig ist, damit sich Leute weiterentwickeln können. Man selbst hat auch viel davon.  Für mich ist es eine Freude, wenn  die Kursteilnehmer etwas schaffen und gestärkt aus dem Kurs herausgehen. 

Welche Schwierigkeiten bringt das Ehrenamt mit sich?
Die Arbeit mit Menschen birgt auch immer Missverständnisse in der Kommunikation. Man muss bereit sein, zu vergeben, um das Miteinander positiv zu bestimmen. 

Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?
Momentan gibt es in unserer Gemeinde viele Veränderungen und Umstrukturierungen. Ich wünsche mir, dass alle mit Geduld dabeibleiben.

<p>Reinhard Hinz aus Grabow (61) - Ehrenamtlicher Richter</p>

Reinhard Hinz aus Grabow (61) - Ehrenamtlicher Richter

Seit wann üben Sie ein Ehrenamt aus?
Seit zwei Jahren übe ich das Ehrenamt aus. Ich engagiere mich schon lange im sozialrechtlichen Bereich.

Was genau machen Sie da?
Ich bin ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht in Schwerin. Außerdem bin ich im Deutschen  Sozialrechtsverband in Kassel engagiert. Das heißt, ich wirke bei unterschiedlichen Urteilen mit.

Warum machen Sie das?
Weil es mir die Möglichkeit bietet, mich in einem Bereich einzubringen, der viele Menschen tangiert. Sei es zum Beispiel das Pflegerecht, Sterberecht oder auch im Bereich der Arbeitslosigkeit.

Welche Schwierigkeiten bringt das Ehrenamt mit sich?
Es ist natürlich ein Engagement, mit dem man sich nicht nur Freunde schafft.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Man würde sich hier und da mehr Hilfe wünschen. Das heißt, bessere Begleitung und Unterstützung zum Beispiel bei erforderlichen Weiterbildungen.

<p>Rolf Stiehler aus  Schwerin (68) - Rettungsschwimmer</p>

Rolf Stiehler aus  Schwerin (68) - Rettungsschwimmer

Seit wann üben Sie ein Ehrenamt aus?
Ich bin seit 2001 Rettungsschwimmer. Ich habe früher meinem Sohn das Schwimmen beigebracht und er ist Rettungsschwimmer geworden. Später hat  er durch  seinen professionellen Einsatz seinem Großvater das Leben gerettet. Da habe ich mir  gesagt: Das kannst du auch. 

Was genau machen Sie da?
Ich bin Rettungsschwimmer, Schwimmlehrer und Ausbilder für Schwimm- und Rettungslehrer. Außerdem bin ich Wachleiter für die Badestelle Demen. In den  Sommerferien bringe ich Kindern das Schwimmen bei. Ich habe es einmal überschlagen: 1500 Kinder haben von mir das Schwimmen gelernt.

Warum machen Sie das?
Das schönste ist die Anerkennung und die Dankbarkeit der Kinder, wenn sie ihr Ziel erreicht haben.

Welche Schwierigkeiten gibt es?
Es gibt keine unüberwindbaren Probleme. Man muss sich engagieren, auf die Leute zugehen und auch Nachwuchs anwerben für das Ehrenamt.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Dass ich gesund bleibe und dieses Ehrenamt noch lange ausüben kann. Aber wenn ich mal sage, „das war’s“, dann hoffe ich, dass es nahtlos weitergeht.

<p>Angelika Lübcke aus Siggelkow (55) - Bürgermeisterin </p>

Angelika Lübcke aus Siggelkow (55) - Bürgermeisterin

Seit wann üben Sie Ihr Ehrenamt aus?
Seit 1994 bin ich in meinem Ehrenamt tätig.

Was genau machen Sie da? 
Ich arbeite als ehrenamtliche Bürgermeisterin in der Gemeinde Siggelkow.

Warum machen Sie das?
Ich möchte mich mit meinem Ehrenamt gesellschaftlich einbringen und die Zukunft der Gemeinde aktiv gestalten helfen. Von Jahr zu Jahr sieht man, wie die Dörfer schöner werden.

Welche Schwierigkeiten bringt das Ehrenamt mit sich?
Da es ein Ehrenamt ist, stößt man zeitlich an seine Grenzen. Ich könnte viel mehr für die Gemeinde erreichen, aber es ist zeitlich nicht zu schaffen, da ich noch berufstätig bin.

Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?
Ich würde mir wünschen, dass es mehr aktive Mitgestalter in der Gemeinde gebe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen