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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 17:11 Uhr

Showtime für den Schmuse-Pinguin

vom

svz.de von
erstellt am 06.Apr.2012 | 06:27 Uhr

Rostock | Benni ist der Star des Rostocker Zoos: Wie ein Model dreht sich der kleine Humboldt-Pinguin vor der Kamera, als ob er sonst nichts anderes macht. Weil er nicht scheu ist, darf er an den Osterfeiertagen auf die öffentlichen Tierschauen. Dabei haben die Besucher Sonnabend und Sonntag die Möglichkeit, viel Wissenswertes über den kleinen Pinguin zu erfahren und ihn auch zu streicheln.

Geübt hat er für seinen ersten großen öffentlichen Auftritt mit seiner Zootierpflegerin Melanie Bencke. Dafür hat der Kleine mit dem gelben Plastikring am linken Flügel schon einige Erkundungsgänge über das Gelände absolviert. "Um ihn an Menschen und die Situation zu gewöhnen." Denn so ganz geheuer sei ihm nicht alles da draußen.

"Wenn er Angst hat, macht er sich im wahrsten Sinne des Wortes ganz dünne", sagt Melanie Bencke. Dann bleibe er plötzlich wie angewurzelt stehen, stelle er sich aufrecht hin und halte die Luft an. Die junge Frau ahmt nach, wie es ist, wenn Benni ihren Schutz braucht. Eben ganz dünn. Dann eilt die 23-Jährige schnell an seine Seite, damit er sich sicherer fühlt. Denn zu dem kleinen Humboldt-Pinguin hat die Ersatzmami eine besondere Beziehung aufgebaut. Ganz selbstverständlich klettert er auf ihren Arm, ruckelt sich eine bequeme Sitz-Position zurecht und schmiegt sein Köpfchen an den der jungen Frau. "Typisch Mann", kommentiert die gebürtige Sachsen-Anhaltinerin das anhängliche Verhalten ihres Schützlings und lacht. Die Zuneigung beruht auf Gegenseitigkeit.

Doch Benni ist auch neugierig, Unbekannte nimmt er aufmerksam in Augenschein, legt seinen Kopf schief und guckt sie sich ausgiebig an. Wenn er in dem kleinen Hof neben seinem Häuschen unterwegs ist, sucht er sich eines der Astlöcher im Bretterzaun und lugt in die Welt außerhalb seines Geheges. Am liebsten würde er gleich rausklettern, erkennt Melanie Bencke, was ihr Schützling will. Denn grundsätzlich geht er gerne raus. "Er hat einen aufgeschlossenen Charakter und sucht immer den Kontakt zu Menschen", sagt Melanie Bencke, "sonst würden wir ihn auch nicht für die Tierschauen einplanen". Denn für das Wohlergehen ihrer Pinguine würden sie und ihre Kollegin wohl so ziemlich alles tun. "Sie würden bestimmt auch das Ei selbst ausbrüten, wenn es nötig wäre", ist sich ihr Chef Mario Schilling sicher.

Dass nicht jedes Tierkind so abenteuerlustig ist wie Benni, zeigt sich beim Känguruh-Nachwuchs. Tief im Beutel seiner Mama steckt das junge Benett-Känguruh nun schon seit etwa einem Jahr, nur manchmal reckt es sein Köpfchen aus dem Fellbehälter. Eigentlich müsste das Junge in diesem Alter den Mutterbeutel schon verlassen haben, schätzt Zootierpfleger Lars Purbst ein. Doch sicher auch wegen der kalten Temperaturen dieser Tage klammert sich das Kleine noch an den wärmenden Mutterbauch und bleibt drinnen. Vielleicht auch wegen der Futterquelle, oder "Milchbar" wie Lars Purbst sie nennt. Denn geschützt vom Beutel befinden sich die Zitzen. An denen hängt das Jungtier meist acht bis neun Monate, bis es den Schutzraum verlässt. Vielleicht startet das kleine Känguruh ja zu Ostern zu einem längeren Landgang.

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