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Mecklenburg-Vorpommern

22. August 2017 | 05:42 Uhr

Showdown in der Box-Arena

vom

Stadtmitte | Er guckt nach links, mustert seinen tätowierten kleineren Kontrahenten im roten Trikot. Als er bei seinen Oberarmen angelangt ist, zuckt er leicht zusammen, verzieht die Brauen.

Verkaufsberater Philipp Bauer (25) ist einer der 30 Rostocker, für die es heute Abend bei der Benefiz-Fight-Night richtig ernst wird. Die bekannten Rostocker aus Sport, Wirtschaft und Politik haben drei Monate lang trainiert, hatten vorher keine oder kaum Box-Erfahrungen. "Alle die denken, es wird ein bisschen rumgespielt: Falsch gedacht - es wird richtig krachen", sagt Veranstalter Christian Bürki. Er hat die Männer rekrutiert und nach Gewicht, Alter und Vorkenntnissen zu Gegnern der blauen und der roten Ecke mit je zwei Profi-Trainern gegenüber gestellt.

Gestern trafen die Boxer der beiden Teams beim Wiegen erstmalig wirklich aufeinander. Vorher hatten sie auf dem Flur des Trainingscenters einen großen Bogen umeinander gemacht, wie Bürki weiß.

Jedes Kilo zählt beim Kampf

73,1 Kilogramm - Mecha troniker Maik Thürnagel (23) hat fast zwei Kilo verloren. Sein Gegner, der Barister Jan Knüppelholtz (22), hat noch ein Kilo zugelegt, ist bei 78,9. "Muskeln sind besser als Fett", spottet Thürnagel. Höheres Gewicht gilt als Wettbewerbsvorteil. Zudem ist Knüppelholtz auch noch drei Zentimeter größer - 1,85 Meter. Aber das spornt Thürnagel an, macht ihn fast sauer.

Basketballer Christian Stecher (29) kann den Kampf kaum erwarten. "Ich fühl mich wie eine wilde Sau, die aus dem Stall raus will", sagt Stecher. Nach drei Monaten hartem Training will er endlich in den Ring. Auch Gegner Heiko Pawils (29) scheint den Kampf nicht zu fürchten. "Ich hab mich schweißtreibend vorbereitet. Ich denke, es wird sehr erfolgreich." Aber beide sehen es sportlich, reichen sich die Hände.

Ein Szenario, das es zwischen Schwimmstar Thomas Rupprath (34) und Eddy Napoles (47) nicht geben wird. Nachdem der Moderator den 15. Kampf angekündigt hat, bleibt es ruhig. Dann kommt Napoles rein. Hinter ihm zwei Männer - stolz und mit durchgedrücktem Kreuz. Napoles fährt groß auf, hat seine Jungs dabei. Er verzeiht Rupprath seine Fehler nicht. Der Ex-Dschungel-Camp-Bewohner hatte ihn mehrfach einen Kolumbianer genannt. Das hört der stolze Kubaner ungern. Rupprath nimmt es mit Humor, lässt sich neben einen Fotografen auf einen Stuhl fallen, gibt Napoles den Vortritt beim Wiegen. "Du kannst morgen noch genug sitzen", zischt der Kubaner. Napoles ist sich sicher, zu gewinnen. Wütend macht ihn Ruppraths lässige Art trotzdem. Er wippt von links nach rechts, während der Schwimmer auf der Waage steht. Rupprath hat gut zwei Kilo verloren, wiegt 78,8. Napoles hat 3,5 Kilogramm zugelegt. Er will es wissen, hat hart trainiert. "Wir sehen das ganz entspannt. Der eine verliert - das ist Eddy. Der andere gewinnt", sagt Rupprath. Die Boxer gröhlen. Der Kampf dürfte mehr als interessant werden.

Auch die Rostocker Jungpolitiker kriegen heute die Chance, ihre Kämpfe Mann gegen Mann im Ring auszutragen. "Das spornt an", sagt Mathias Kühl (25) von der CDU. Er trifft auf Stefan Gillwald (31) von der SPD. Kühl ist gut zwölf Zentimeter größer. "Das macht eine Menge aus, wenn er ihn flach hält", sagt Kühls Trainer Martin Sengbusch (37), Trainer der blauen Ecke.

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erstellt am 16.Dez.2011 | 09:02 Uhr

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