Kongresshalle Schwerin : Show, Sport und Service

Seit 28 Jahren die Welt von Torsten Below: die Sport- und Kongresshalle
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Seit 28 Jahren die Welt von Torsten Below: die Sport- und Kongresshalle

Torsten Below ist Technischer Betriebsleiter der Sport- und Kongresshalle Schwerin. Dieser Job ist mehr als Karten verkaufen und Besucher unterhalten

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08. März 2016, 12:00 Uhr

Torsten Belows Büro hat ein großes Fenster und einen großen Monitor. Durchs Fenster überblickt er den Vorplatz der Schweriner Sport- und Kongresshalle, auf dem Monitor die Gänge, den Innenraum der Halle und das Außengelände rundherum. „So können wir während der Veranstaltungen zum Beispiel die Besucherströme kontrollieren, damit alles glatt läuft“, sagt Below, der hier seit 28 Jahren Technischer Betriebsleiter ist. Auch während eine Produktion vorbereitet wird, behält er den Überblick.

„Früher bin ich zehnmal in die Halle reingegangen, um bestimmte Dinge zu kontrollieren. Heute kann ich das von hier aus sehen. Das spart Wege, denn die Halle ist immerhin 100 Meter lang und 80 Meter breit.“ Das Objekt, 1962 eröffnet, wird heute von der C&M Konzert- und Management GmbH bewirtschaftet, die auch die Freilichtbühne betreibt.

Es gibt zwei Arten von Veranstaltungen: eigene und komplett eingekaufte. „Ein Andrea-Berg-Konzert zum Beispiel gehört in die zweite Gruppe. Wir klären zuerst, ob der gewünschte Termin frei ist und dass möglichst keine ähnlichen Veranstaltungen kurz vorher oder nachher anstehen. Dann verkaufen wir die Tickets, organisieren die Werbung, manchmal stellen wir Ton und Licht bereit. In anderen Fällen bringen die alles mit, und wir kümmern uns nur noch um die Schnittstellen zum Haus. Dazu kommt das Personal, also Security, Sanitäter oder Garderobe.“

Bis zu 50 Tonnen Equipment werden unter die Hallendecke gehängt – auch das erfordert für jede Produktion genaue Planung. Am Veranstaltungstag selbst geht es frühmorgens mit dem Aufbau los, am späten Nachmittag folgt der Soundcheck. Und nach dem Auftritt steht die Abbau-Crew bereit, die sofort anfängt, sobald die Besucher raus sind. Meist sind sie dann gegen 3 oder 4 Uhr morgens fertig.

Eigenproduktionen sind aufwendiger. „Wir kaufen den Künstler ein und ermöglichen alles, was er braucht“, sagt Below. Die Kalkulationsliste ist lang und reicht von Absperrgittern und Beleuchtung über Catering und Dekoration, Kasse und Müllentsorgung, Strom und Ton bis hin zu Wasser und WC. Parallel zu den technischen Vorbereitungen laufen Plakatierung, Medien-Werbung und Ticketverkauf. Das dauert alles in allem schon mal ein halbes Jahr. „Die effektive Arbeitszeit liegt vielleicht bei sechs Wochen. Aber man muss ja frühzeitig anfangen, Anfragen rausschicken, Angebote vergleichen, Anforderungen mit dem Künstler abstimmen, Werbung organisieren.“ All die Arbeit bewältigen hier zwölf feste Mitarbeiter. „Aber manchmal kommen bis zu 100 Leute dazu, die wir für den Abend dazu buchen, zum Beispiel Techniker oder Reinigungskräfte.“

In der Schweriner Sport- und Kongresshalle finden oft Sportveranstaltungen, selten Kongresse, aber jede Menge Konzerte, Bälle oder Shows statt. Im Lager stehen unter anderem 2000 Stühle, 120 Tische, 400 Quadratmeter Bühnenpodeste, Hebebühne, Gabelstapler – die Liste ließe sich fortsetzen. Manche Veranstaltungen werden zur besonderen Herausforderung, wie Below sagt. „Für das CSI-Reitturnier im Januar hatten wir 600 Tonnen Erde in der Halle. Drei Tage später stand Comedy auf dem Programm, da mussten wir zügig ausräumen und umbauen. Als wir fertig waren, wurden draußen gerade die letzten Stall-Zelte abgebaut.“

Torsten Below freut sich über jede der gelungenen Veranstaltungen. „Und wenn keine auf dem Programm stehen, hegen und pflegen wir unser Objekt.“

 

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