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Mutmaßliche Vergewaltigung : Soldat aus Rostock vom Dienst suspendiert

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Tatverdächtige schweigt zum Vorwurf des sexuellen Missbrauchs an zwei Soldatinnen.

von
erstellt am 14.Nov.2017 | 20:55 Uhr

Die Bundeswehr hat personelle Konsequenzen aus den Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft wegen einer möglichen Sexualstraftat gegen einen Unteroffizier gezogen. Der 29 Jahre alte Soldat wurde vom Dienst suspendiert, wie ein Sprecher der Luftwaffe gestern sagte. Der Soldat gehört zur Flugabwehrraketengruppe 21, die zwei Standorte in Sanitz und Prangendorf  (Landkreis Rostock)  hat. Gegen den Mann wurde am Montag formal ein Dienstausübungs- und Uniformtrageverbot verhängt.

Laut Kieler Staatsanwaltschaft schweigt der Soldat gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen. Gegen ihn wird wegen eines möglichen Missbrauchs an zwei Soldatinnen auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Todendorf (Kreis Plön) an der Ostsee in der Nacht zum 10. November ermittelt.

Die 18 und 22 Jahre alten Frauen gehören ebenfalls  der Flugabwehrraketengruppe 21 an, die mit dem Raketenabwehrsystem „Patriot“ ausgerüstet ist.

Darüberhinaus sind in dem Fall neue Einzelheiten bekannt geworden. Wie die Staatsanwaltschaft Kiel gegenüber unserer Redaktion bestätigte, gab es ein Video von der Tat. „Die Datei war vorhanden, ist aber gelöscht worden“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler, Sprecher der Kieler Staatsanwaltschaft. Im Landeskriminalamt in Kiel hätten Fahnder versucht, die Datei wiederherzustellen. „Das ist bislang leider nicht gelungen“, so Bieler. Die Person, die mit seinem Handy gefilmt hat, soll nicht der Beschuldigte gewesen sein. Es gab also einen weiteren Beteiligten.

In der Nacht zum Freitag waren die zwei Soldatinnen, die auf Lehrgang in Todendorf war, sexuell missbraucht worden. Feldjäger nahmen noch in der Nacht einen 29-jährigen Unteroffizier als Tatverdächtigen fest Der Mann wurde in Gewahrsam genommen, ist aber wieder auf freiem Fuß. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft gibt es zwar Hinweise auf seine Täterschaft, aber nach dem derzeitigen Ermittlungsstand keinen dringenden Tatverdacht, der Voraussetzung für eine Untersuchungshaft wäre. Gleichwohl gelte der Soldat weiter als Beschuldigter, sagte der Oberstaatsanwalt.

Erste Meldungen, wonach die beiden Frauen betrunken waren und deshalb nicht in der Nacht vernommen werden konnten, haben sich inzwischen als falsch erwiesen. Nach Angaben der Kieler Staatsanwaltschaft ließ die Bundeswehr die beiden Soldatinnen nach der rechtsmedizinischen Untersuchung abholen und zurück in die Heimatkaserne bringen. Darum konnten die Frauen erst in Rostock von der dortigen Kripo in Amtshilfe vernommen werden und nicht von der ermittelnden Behörde in Kiel.

Zum Abschluss des Lehrganges gab es auf dem Truppenübungsplatz zwar eine Feier. Es existieren aber keine Belege dafür, dass dort von den Frauen übermäßig Alkohol getrunken worden war. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu nicht äußern.

Ein Vergleich entnommener DNA-Proben und anderer Spuren vom Tatort soll nun zeigen, was in der Nacht wirklich passiert ist.

 

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