Disziplinarverfahren : Sex-Vorwürfe im Innenministerium

Symbolfoto: dpa
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Ein leitender Beamter des Innenministeriums soll Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte gestern gegenüber unserer Redaktion einen entsprechenden Medienbericht.

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24. Juli 2012, 08:41 Uhr

Schwerin | Ein leitender Beamter des Innenministeriums soll Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte gestern gegenüber unserer Redaktion einen entsprechenden Beitrag des Radiosenders NDR, wonach Innenminister Lorenz Caffier (CDU) nach Bekanntwerden der Anschuldigungen im April dieses Jahres ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten veranlasst habe.

Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen. Aufgrund neuer Vorwürfe, die erst am vergangenen Freitag bekannt wurden, sei der Beamte bis zur Aufklärung mit sofortiger Wirkung von seinen bisherigen Dienstpflichten entbunden. Er erhält zunächst andere Aufgaben im Innenministerium, so die Sprecherin.

Laut NDR soll es sich bei dem Beschuldigten um den langjährigen Direktor des Landesamtes für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz (LPBK) handeln.

Die Vorwürfe gegen den Leitenden Regierungsdirektor sollen von obszönen Bemerkungen bis hin zu intimen Berührungen gegen den Willen seiner Mitarbeiterinnen reichen. In einem Fall sei sogar von einer schweren sexuellen Nötigung die Rede.

Mehrere Mitarbeiterinnen aus dem direkten Umfeld des 53-jährigen Mannes sollen sich laut NDR-Bericht an ihre Vorgesetzten gewandt haben. Erste interne Anzeigen habe es bereits im Frühjahr dieses Jahres gegeben. Ende vergangener Woche soll eine Mitarbeiterin dann weitere Fälle angezeigt haben, die offenbar schwerwiegend sind, und Caffier dazu veranlassten, den Beamten aus seiner leitenden Funktion zumindest so lange zu entfernen, bis die Vorwürfe untersucht sind. Wann das Verfahren abgeschlossen ist, konnte das Ministerium nicht sagen.

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