Brucellose: Über 100 Sauen getötet : Seuchenfall auf Schweine-Biohof bei Boizenburg

Die Polizei sperrte gestern den Zugang zum Hof ab.
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Die Polizei sperrte gestern den Zugang zum Hof ab.

Brucellose in Freilandbetrieb bei Boizenburg ausgebrochen / Seit 2008 traten landesweit Einzelfälle der Tierseuche auf

svz.de von
15. Juni 2016, 20:55 Uhr

Tierseuche im Schweinestall: In Mecklenburg-Vorpommern ist ein neuer Fall der ansteckenden Schweinebrucellose aufgetreten. Auf einem Biohof in der Nähe von Boizenburg ist die Seuche ausgebrochen. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, seien mehr als 100 Tiere vorsorglich getötet worden, teilte der Landkreis Ludwigslust-Parchim am Abend mit.

Betroffen waren mehr als 100 Sauen, die vom Bakterium Brucella suis befallen waren oder bei denen der Verdacht auf einen Befall bestand. Die Ställe auf dem Hof seien gereinigt und desinfiziert worden, dürften vorerst aber nicht belegt werden, erklärte Kreissprecher Andreas Bonin. Anders als bei der Schweinepest bleiben die Auswirkungen des Seuchenfalls zunächst auf den Betrieb begrenzt. Es würden keine Sperrbezirke eingerichtet, erklärte Kreissprecher Bonin. Tierbestände in der Nachbarschaft würden nur bei einem Auftreten der typischen Symptome untersucht.

Der Betriebsinhaber wollte sich gestern nicht selbst äußern. Eigenen Angaben zufolge hält der 100-Hektar-Betrieb Öko-Schweine mit eigener Ferkelaufzucht und Futterproduktion, außerdem gibt es einen Hofverkauf von Wurst und Fleisch aus eigener Produktion. Früheren Angaben zufolge war der Betrieb 2007 auf die Öko-Produktion umgestellt worden.

Brucellose kommt weltweit vor. Die bakterielle Infektionskrankheit tritt bei Wild- und Nutztieren auf. Überträger können Wildschweine, aber auch Greifvögel, Kolkraben, Krähen oder Hasen sein. Die Tierseuche wird sehr selten auf Menschen übertragen, ist in der EU aber bekämpfungspflichtig. Bei Brucellose handele es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die allerdings nicht so gefährlich sei wie etwa die Schweinepest, hieß es gestern im Landwirtschaftsministerium in Schwerin. Seit 2008 seien in Mecklenburg-Vorpommern immer wieder Brucellose-Fälle aufgetreten, vor allem in Betrieben mit Freilandhaltung. Dabei habe es sich aber stets um Einzelfälle gehandelt, sagte eine Ministeriumssprecherin. Im Herbst 2014 waren in einem Freilandbetrieb in Neustrelitz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nach einem Seuchenausbruch rund 900 Tiere getötet worden. Der Betrieb war anschließend für mehrere Monate gesperrt.

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