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Bekämpfung der Schweinepest geprobt : „Seuchen-Alarm“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Männer in „Vollschutz“ bauen eine Seuchenschutzanlage auf, Betriebe sind geschlossen, Sperrbezirke eingerichtet. Dieses Katastrophenszenario wurde an der Mecklenburgischen Seenplatte geübt. Der Grund: Die Afrikanische Schweinepest rückt immer näher heran.

svz.de von
erstellt am 23.Sep.2014 | 20:15 Uhr

Den Seuchen-Ernstfall bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest haben Veterinärbehörden und Feuerwehrleute im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte getestet. Wie Amtstierärztin Monika Walter in Kublank erklärte, wurden am Dienstag ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet um eine angenommene Ausbruchstelle angelegt und das Zusammenspiel mit anderen Behörden durchgespielt.

Über das Tierseuchennachrichtensystem (TSN) wurde das zuständige Landesministerium informiert, zugleich müssten im Notfall innerhalb kurzer Zeit viele Daten über Betriebe und Tiere in den betroffenen Regionen erhoben und weitergemeldet werden. Auch Schlachtbetrieben, Molkereien oder Besamungsstationen würden erfasst werden.

Neben der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Kreises in Neuendorf bei Neubrandenburg war Kublank Schwerpunkt der Übung. Etwa 20 der rund 40 Einsatzkräfte bauten an einem Schweinezuchtbetrieb eine mobile Seuchenschutzanlage innerhalb von 30 Minuten auf. „Diese ist wichtig, weil im Ernstfall die Tiere in der betroffenen Anlage getötet und abtransportiert werden müssen“, sagte Kreissprecherin Haidrun Pergande. Dabei müssten die Lastwagen, die die Kadaver abholen, in solchen Schleusen mit Seuchenmatten dekontaminiert werden.

Hintergrund der Übung ist die weitere Ausdehnung der Afrikanischen Schweinepest, die sich von Russland und Weißrussland schon bis Ostpolen und in das gesamte Baltikum ausgebreitet hat, wie ein Sprecher des Schweriner Agrarministeriums erklärte. Die Seuche ist für Menschen unproblematisch, für Wild- und Hauschweine aber hochgefährlich. Bislang gibt es keinen Impfstoff. So mussten in einem litauischen Betrieb schon 20 000 Schweine getötet werden. Das Agrarministerium in Schwerin hat Jäger bereits aufgefordert, mehr Wildschweine zu schießen.

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