zur Navigation springen

Streitschlichtung in Schulen : Seniorpartner jetzt auch in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ehrenamtliche bieten Streitschlichtung in Schulen an / Neu gegründeter Landesverband „Seniorpartner in School“ sucht Mitstreiter

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 19:28 Uhr

Konflikte an Schulen sind keine Seltenheit. Oft geraten Kinder und Jugendliche aneinander. Sei es, weil man jemanden nicht mitspielen lassen möchte. Oder weil ein Kind im Bus immer wieder geärgert wird. Auch wenn viele Streitigkeiten harmlos sind – Lehrer und Sozialarbeiter haben meist nicht die Zeit, jeden Konflikt zu lösen.

In vielen Bundesländern engagieren sich deshalb sogenannte „Seniorpartner in School“. Das Ziel der ehrenamtlichen Senioren: Als Mediatoren den Schülern zu helfen, ihre Streitigkeiten gewaltfrei zu lösen. Vor Kurzem wurde auch in Mecklenburg-Vorpommern der Landesverband der „Seniorpartner in School“ (SiS MV) gegründet. „Wir sind nun das 14. Bundesland, das dieses Projekt anbietet“, erzählt Maria Lebek aus Greifswald, Vorsitzende des SiS MV.

Sie selbst habe den Aufbau des Verbands hierzulande vorangetrieben: „Ich war schon länger als Seniorentrainerin aktiv – da bin ich auf die Arbeit der ,Seniorpartner in School‘ gestoßen und war sofort begeistert!“ Allerdings hatte sich Lebek, die selbst achtfache Oma ist, nicht vorstellen können, dass die Etablierung eines Landesverbandes so aufwendig sein wird. „Es gibt vieles zu meistern. Derzeit warten wir darauf, dass wir als gemeinnütziger Verein eingetragen werden, um Spenden sammeln zu können.“

Auch wenn noch nicht alle organisatorischen Hürden überwunden sind – bereits jetzt sind die Seniorpartner in MV aktiv. Gemeinsam mit sieben Mitstreitern ist Maria Lebek an zwei Schulen in Greifswald. „Wir bieten jeweils einmal wöchentlich eine Sprechstunde in der Käthe Kollwitz Grundschule und in der Grundschule ,Greif‘ an“, sagt sie. Das Feedback der Schulen sei positiv: „Auch wenn wir das noch nicht lange machen – Kinder und Lehrer haben gemerkt, dass wir Ruhe in den Schulalltag reinbringen können“, so Lebek.

„Wir als Senioren haben ja eine gewisse Lebenserfahrung und Ruhe“, erzählt sie. Davon würden die Schüler profitieren. „Wir haben während unserer Sprechstunde vor allem Zeit, alle Konfliktparteien anzuhören“, sagt die Greifswalderin. Danach sollen die Kinder selbst eine Lösung für ihre Konflikte finden – das ist das Ziel der Mediation. „Wir wollen nichts vorgeben, sondern nur anleiten.“ Freiwilligkeit sei ganz wichtig für den Erfolg.

Die Seniorpartner nehmen sich aber nicht nur der Streitigkeiten in der Schule an. „Jedes Kind darf zu uns kommen, wenn es ein Problem hat und reden möchte“, betont Maria Lebek. Auch hier ist ganz wichtig: „ Es muss von sich selbst aus bereit sein, das zu tun.“ Gerade vor dem Hintergrund, dass in nächster Zeit viele Flüchtlingskinder eingeschult werden, sieht Lebek die Seniorenpartner in den Schulen in Zukunft als wichtige Vermittler.

Ihr Wunsch: sich in mehr Schulen in ganz MV zu engagieren. „Dafür sind wir auf der Suche nach weiteren Mitstreitern“, erzählt sie. Wer Lust hat, mit Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten, sei bei ihnen herzlich willkommen. „Schön wäre es, wenn sich aus einer Region immer zwei Freiwillige melden – denn wir gehen immer zu zweit in eine Schule.“

Wer Seniorpartner werden möchte, muss außerdem bereit sein, vorher noch einmal selbst die Schulbank zu drücken. Denn in einem mehrtägigen Kurs werden die Freiwilligen zu Mediatoren ausgebildet. Die Kosten für die Fortbildung übernimmt der Verband.

Das Engagement der Senioren lohnt sich laut Maria Lebek: „Es gibt Älteren die Möglichkeit, selbst noch etwas Anspruchvolles zu tun und dabei jung zu bleiben.“

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen