Serie „Ehrenamt ich helfe“ : Seniorin dreht TV-Filme

Von Hause aus ist Hannelore Breitag Französischlehrerin. Im Schweriner Seniorenbüro lehrt sie die Sprache.
Von Hause aus ist Hannelore Breitag Französischlehrerin. Im Schweriner Seniorenbüro lehrt sie die Sprache.

Hannelore Breitag aus Seehof engagiert sich ehrenamtlich im Seniorenbüro Schwerin

von
05. März 2015, 11:50 Uhr

Als Hannelore Breitag sich vom Schuldienst in den Ruhestand verabschiedet hat, stand für sie fest, dass sie sich ehrenamtlich betätigen möchte. Im Schweriner Seniorenbüro erkundete sich die Pensionärin über Angebote, Veranstaltungen und Betätigungsfelder. Da die 67-Jährige schon immer gern gefilmt hat, ist die Entscheidung schnell gefallen. So gründete sie zusammen mit sechs Mitstreitern die TV-Gruppe „Metronom“ – ein Magazin für den Schweriner Offenen Kanal.

„Uns gibt es bereits seit 2009. Wir dokumentieren filmisch Veranstaltungen des Seniorenbüros, der Senioren-Akademie, die Arbeit von und mit Senioren im Allgemeinen und darüber hinaus gesellschaftlich relevante Themen, die uns am Herzen liegen“, erklärt die Seehoferin. Jeder hat die Möglichkeit, die Dinge zu machen, die er besonders gut kann. So ließen sich die Aufgaben rund um Filmen, Schnitt, Fotoshows, Drehbücher und Kommentare gut aufteilen. „Angefangen haben wir mit einer einfachen Kamera und unserer eigenen Technik“, berichtet Hannelore Breitag. Inzwischen verfüge die Gruppe „Metronom“ über eine Grundaustattung von Kamera, über Mikro bis hin zum Stativ. „Wir produzieren etwa einen halbstünden Beitrag pro Monat. In einer Minute stecken dabei etwa vier Stunden Arbeit. Das ist ein riesen Aufwand“, sagt Hannelore Breitag und betont: „Wir sind keine Profis. Wir versuchen, unsere Arbeit so gut zu machen, wie wir können. Denn im Mittelpunkt soll der Spaß an der Sache stehen.“

Alle zwei Wochen trifft sich die Gruppe zum Austausch für etwa drei bis vier Stunden. Dabei werden Projekte besprochen, Rohschnitte gesichtet und Organisatorisches geklärt. Den Videoschnitt machen Hannelore Breitag und ihre Kollegen zu Hause: „Da hat man viel Ruhe und Zeit.“ Besonders stolz ist die 67-Jährige auf den Clip zum Filmwettbewerb „Europa geht mich an“, bei dem die TV-Gruppe den dritten Preis gewonnen hat. Angefangen haben die Senioren 2009 mit sieben Beiträgen, 2013 waren es schon 24. Dieses Jahr werden zwei Künstler der Region porträtiert und eine private Reise nach Polen dokumentiert. Und: „Wir planen einen Film über Schwerin.“

Darauf freut sie sich besonders. Denn seit 40 Jahren ist Hannelore Breitag in der Landeshauptstadt zu Hause. Aufgewachsen in Quedlinburg im Harz, kam sie nach ihrem Studium in Berlin über Perleberg und Wittenberge als Lehrerin für Französisch nach Schwerin. Und auch im Ruhestand geht Hannelore Breitag ihrer Leidenschaft für die Sprache als Kursleiterin für Französisch nach. So gibt sie zwei Stunden in der Woche Sprachkurse im Seniorenbüro. Derzeit betreut sie neun Teilnehmer. Besonders gefällt ihr „die nette Atmosphäre“ in der Begegnungsstätte.

In ihrer Freizeit liest die Pensionärin gern oder geht ins Theater. Ganz wichtig ist ihr auch die sportliche Betätigung. „Um fit zu bleiben, gehen mein Mann und ich zwei- bis dreimal die Woche ins Fitnessstudio. Bei gutem Wetter fahre ich mit dem Rad in die Stadt“, erklärt die 67-Jährige, die sich seit März vergangenen Jahres an der Projektinitiative „Wunschgroßeltern“ beteiligt. Ihr Sohn wohnt in Schwerin, ihre Tochter ist nach Australien ausgewandert. „Wir haben keine Enkel. Um so mehr freuen wir uns, dass wir ein Kind begleiten dürfen,“ sagt Hannelore Breitag. Einmal die Woche kommt das Mädchen zu ihnen und einmal holen sie es von der Kita ab. Ob Spielen, Spaziergang oder Sport – die Wunschgroßeltern genießen ihre Zeit mit der Wunschenkelin.

Ihre Motivation, sich ehrenamtlich zu engagieren, beschreibt Hannelore Breitag als ihr „eigenes Interesse, aktiv zu bleiben, die grauen Zellen zu aktivieren, soziale Kontakte zu knüpfen und für andere tätig zu sein.“ Dies möchte sie tun, so lange es die Gesundheit zulässt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen