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Weißer Ring : Seniorin bestohlen – Verein hilft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Spendeneinbruch: Opferhelfer vom Weißen Ring in Not

Der Opferhilfsverein Weißer Ring leidet in Mecklenburg-Vorpommern unter einem massiven Spendenrückgang. Das Aufkommen sank von knapp 27 000 Euro im Jahr 2014 auf weniger als 17 000 Euro im Jahr darauf, wie der Landesvorsitzende Thomas Lenz gestern in Schwerin sagte. „Es ist fast peinlich, aber ohne die Unterstützung der westdeutschen Landesverbände könnten wir das hohe Niveau unserer Opferarbeit nicht mehr halten.“ Der Weiße Ring ist Lenz zufolge mit 145 ehrenamtlichen Mitarbeitern in 17 Außenstellen landesweit aktiv.

Auch der Zufluss aus Geldauflagen, die Staatsanwälte und Gerichte zugunsten des Weißen Rings verhängen, könnte aus Sicht von Lenz stärker sein. Die Zuweisungen seien in den vergangenen zwei Jahren mit knapp 25 000 Euro etwa gleichgeblieben, sagte er. Zugleich habe der Weiße Ring 2015 eine Rekordsumme von fast 164 000 Euro an knapp 300 Opfer ausgezahlt, die durch Kriminalität in eine Notlage geraten waren.

Pro Fall waren das im Schnitt 550 Euro, wie Lenz sagte. Die Fälle seien sehr unterschiedlich. Eine alte Dame, die durch Betrüger um ihr gesamtes Erspartes gebracht wurde, sei unterstützt worden, damit sie ihre Kur antreten konnte. Ein Einbruchsopfer, das in seiner Wohnung keinen Schlaf mehr fand, habe eine Umzugshilfe bekommen. Ein sexuell missbrauchtes Kind habe einen Zuschuss für einen Ferienaufenthalt erhalten. „Der Weiße Ring hilft unbürokratisch, wenn eine Notlage vorliegt“, sagte Landesgeschäftsführer Andreas Kuessner. Der Staat helfe lediglich bei dauerhafter körperlicher Beeinträchtigung aufgrund einer Straftat.

Lenz will in nächster Zeit bei den Gerichten um mehr Geldauflagen zugunsten des Weißen Ringes werben. Im vergangenen Jahr wurden landesweit fast zwei Millionen Euro Geldstrafen verhängt. Gut die Hälfte davon floss der Landeskasse zu. Er wünsche sich, dass bei der Verteilung wieder mehr an gesellschaftliche Vereine und insbesondere Organisationen der Opferhilfe gedacht werde, sagte Lenz und verwies auf sprudelnde Steuereinnahmen des Staates.  

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