Nur sieben Prozent nutzen die Angebote : Senioren im Nordosten meiden Sportvereine

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Verglichen mit dem bundesweiten Durchschnitt sind in Mecklenburg-Vorpommern nicht einmal halb so viele Senioren in Sportvereinen organisiert: Knapp 7 Prozent sind es im Nordosten, mehr als 15 im Rest der Republik.

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27. Januar 2013, 07:47 Uhr

Schwerin/Rostock | Verglichen mit dem bundesweiten Durchschnitt sind in Mecklenburg-Vorpommern nicht einmal halb so viele Senioren in Sportvereinen organisiert: Knapp 7 Prozent sind es im Nordosten, mehr als 15 im Rest der Republik. Das geht aus dem Landes-Seniorenbericht von Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) hervor.

"Wir haben eine andere Sport-Tradition als die alten Bundesländer", begründet Torsten Haverland, der Geschäftsführer des Landesportbunds. "Außerdem haben wir kaum passive Mitglieder, die Angebote der Vereine werden auch genutzt." Gleichwohl räumt er ein, dass Mecklenburg-Vorpommerns Vereine "noch weit weg" sind vom Bundesdurchschnitt. Vor allem auf dem flachen Land "haben wir weiße Flecken". Um wohnortsnah Sport treiben zu können, fehlten mancherorts "Bewegungsräume", so Haverland, wobei keinesfalls die normierte Drei-Felder-Halle benötigt werde. Bislang sei wohl auch für manche Ältere die Hemmschwelle zu hoch, einem Verein beizutreten. Andere suchten offenbar neben der Bewegung auch soziale Kontakte. "Es gibt inzwischen Vereine, die dies aufgreifen", so Haferland.

Gerhard Engelien vom Schweriner Sportverein Argus zum Beispiel kann zufrieden sein. 2300 Mitglieder zählt Argus inzwischen - und wächst weiter. Wir sind einer der mitgliederstärksten Sportvereine in Mecklenburg-Vorpommern", so Engelien, "offenbar stimmt die Qualität unserer Angebote". Die Hälfte der Mitglieder treibt Sport auf Anordnung eines Arztes oder bekommt den Kurs von der Krankenkasse als Rehabilitationssport bezahlt. Die andere kommt "freiwillig". Die ausgebildeten Übungsleiter gehen "auf die Bedürfnisse der älteren Sporttreibenden ein", es gehe vor allem um Bewegung und kaum um Wettbewerb - wie es in vielen anderen Vereinen üblich sei. Zweiter Pluspunkt aus Engeliens Sicht ist die Abwechslung. In den Breitensportkursen werden die verschiedensten Sportarten angeboten. Außerdem finden viele der Sportstunden in den Stadtteilen statt, in denen die Mitglieder wohnen. Lange Anfahrtszeiten entfallen. Allerdings reichten die von der Stadt vergebenen Hallenzeiten für Argus längst nicht mehr aus. Der Verein hat sich inzwischen eine eigene Turnhalle gebaut.

Auch in Schwesigs Seniorenbericht ist festgehalten, dass bei den Senioren ein Trend Weg-vom-Wettkampf besteht. Bei den jährlichen Seniorensportspielen des Landes hätten immer weniger Aktive an den "wettkampforientierten Sportarten und Turnierformen" teilgenommen. Zulauf hingegen sei bei den "sportartenübergreifenden wettkampffreien, gesundheitsorientierten Sportangeboten" zu verzeichnen gewesen".

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