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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 05:17 Uhr

Senioren auf Beutezug: Diebe immer älter

vom

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erstellt am 13.Mär.2012 | 07:52 Uhr

Schwerin/Vorpommern | Die Kriminalpolizei im Nordosten muss sich verstärkt um eine ganz neue und zugleich ältere Klientel kümmern: Die Anzahl der Tatverdächtigen im Alter über 60 Jahre ist im vergangenen Jahr um 13,6 Prozent verglichen mit 2010 gestiegen. Das sagte gestern der Leiter des Landeskriminalamtes (LKA), Ingolf Mager, bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik durch Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Mager führte diese Tendenz auf die demographische Entwicklung zurück - MV wird auch insgesamt immer älter. Der Anteil der über 60-Jährigen an allen Tatverdächtigen betrage 7,2 Prozent. Besonders bei den Eigentumsdelikten - sprich Diebstählen - täten sich die älteren Langfinger hervor.

Ganz anders die Entwicklung bei den jüngeren Straftätern: "Es ist besonders erfreulich, dass die Zahl der unter 21-jährigen Tatverdächtigen wie bereits in den Vorjahren weiter zurück ging. Der Rückgang fällt mit einem Minus von 9,7 Prozent wieder sehr deutlich aus. Diese Rückgänge sind in nahezu allen Deliktsbereichen zu verzeichnen", sagte Caffier. Und auch insgesamt konnte er eine positive Bilanz ziehen: Die Zahl der Straftaten in 2011 auf den bisher niedrigsten Stand gesunken. Laut dem Minister registrierte die Polizei 128 426 Straftaten, knapp ein Prozent weniger als 2010. Die Aufklärungsquote verringerte sich von 60,1 Prozent auf 58,4 Prozent.

Besonderes Augenmerk widme die Polizei weiter der Grenzregion im Kreis Vorpomnmern-Greifswald. Bekanntlich gab es dort in jüngster Vergangenheit verstärkt Klagen von Bürgern. Festzustellen sei, dass die Zahl der Diebstähle in Vorpommern-Greifswald um 384 auf 8689 Straftaten gestiegen ist, so Caffier Dies entspräche einem Anstieg um 4,6 Prozent. Allerdings seien deutliche regionale Unterschiede festzustellen, räumte der Minister ein. Während im ehemaligen Landkreis Uecker-Randow ein Rückgang um 10,6 Prozent zu verzeichnen ist, haben sich die Fälle des Diebstahls im ehemaligen Landkreis Ostvorpommern um über satte 30 Prozent erhöht. "Die Polizeipräsidien sind angewiesen, verstärkt offensive und verdeckte Kontrollmaßnahmen auf den Straßen und in Brennpunktbereichen durchzuführen", sagte Caffier. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtigen im grenznahen Raum lag bei 12 Prozent.

Bei den Straftaten mit Hilfe des Internets schließlich gab es im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 9,3 Prozent auf 5304 Fälle, vor allem beim Betrug. Auch soziale Netzwerke würden von Kriminellen genutzt. Caffier appellierte an die Verantwortung der Nutzer. Die Landespolizei habe der Entwicklung Rechnung getragen und im März 2011 ein spezielles Dezernat zur Bekämpfung von "Cybercrime" eingerichtet.


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