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Verhandlungen über Kunstschatz der Mecklenburger Herzöge : Sellering will sich nicht einmischen

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Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat es abgelehnt, sich in die so gut wie gescheiterten Verhandlungen über den Kunstschatz der Mecklenburger Herzöge einzumischen.

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erstellt am 26.Okt.2012 | 07:51 Uhr

Schwerin | Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat es abgelehnt, sich in die so gut wie gescheiterten Verhandlungen über den Kunstschatz der Mecklenburger Herzöge einzumischen. SPD und CDU hätten sich geeinigt, dass Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) mit Donata Herzogin zu Mecklenburg über den Ankauf der 260 Kunstgegenstände spricht. "Dabei bleibt es", sagte gestern ein Regierungssprecher. Donata hatte Anfang dieser Woche die Verhandlungen abgebrochen, unter anderem weil sie über zehn Wochen lang nichts von Brodkorb gehört hatte und auch von Sellering keine klaren Signale bei ihr ankamen.

Gleichwohl forderte Helmut Holter (Linke) Sellering auf, endlich selbst die Gespräche mit Donata zu Mecklenburg zu führen. Nur so bleibe die Chance erhalten, die Sammlung im Land zu halten. Er warf dem Regierungschef vor, er sei vor der Landtagswahl 2011 "zu feige" gewesen, die Verhandlungen zu einem Ende zu führen, nachdem es Proteste gegen den Plan gab, einen Teil des Kaufpreises in Höhe von 7,9 Millionen Euro mit einem Wald zu begleichen.

CDU-Fraktionschef Vincent Kokert will unterdessen selbst Donata zu Mecklenburg anrufen, um sie zur Rückkehr an den Verhandlungstisch zu bewegen. Schließlich gehe es um ein "bedeutendes Kulturgut, das nicht in alle Winde verstreut werden darf". Ob sie trotz der klaren Aussagen ihres Anwalts gegenüber dem Land noch gesprächsbereit sei, wollte Donata zu Mecklenburg gestern gegenüber dieser Zeitung nicht sagen.

Die Herzogin lehnt es unter anderem ab, dass die Sammlung vom Land als bedeutendes Kulturgut unter Schutz gestellt wird. Dann könnte kein Teil daraus ins Ausland verkauft werden. Nachdem das Bildungsministerium ihr im April mitteilte, das offizielle Schutzverfahren sei eingeleitet, brach sie empört die Verhandlungen ab. Erstaunlicherweise behauptet Brodkorb in seinem letzten Brief an Donata, über diesen wichtigen Streitpunkt sei nicht geredet worden, als die Gespräche dennoch im Juni wieder aufgenommen wurden. Über den Stand des Verfahrens schien Brodkorb verunsichert. Einerseits schrieb er, dass die Sammlung "offiziell in den Rang national wertvollen Kulturgutes erhoben worden ist". Andererseits sei eine "Einstellung bzw. Rücknahme des Verfahrens" nicht ohne Weiteres möglich. Eingestellt werden kann ein laufendes Verfahren, ein beendetes muss zurückgenommen werden. Auf Nachfrage teilte ein Ministeriumssprecher gestern mit, die Sammlung sei bereits offiziell als schützenswertes Kulturgut eingetragen, ohne allerdings dafür einen Zeitpunkt anzugeben. Kurz danach musste er sich korrigieren. Das Verfahren laufe noch.

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