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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 23:31 Uhr

Selbstzerfleischung

vom

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2007 | 07:42 Uhr

Angriff ist die beste Verteidigung, manchmal aber auch einfach nur der Versuch, von eigenen Problemen abzulenken. Wenn SPD-Chef Kurt Beck jetzt Kanzlerin und Union attackiert, ist wohl Letzteres der Fall. Den kleinen Koalitionspartner ärgert es, dass die Union in Umfragen deutlich vor der SPD liegt, dass der Kanzlerinnenbonus offensichtlich wirkt - ohne dass das Unions-Team in der Regierung besonders glänzt. Die Sozialdemokraten kommen hingegen aus dem 30-Prozent-Turm nicht heraus. Der Parteichef meint, den Grund gefunden zu haben: Er beklagt sich, dass die Union sich mit fremden Federn schmücke, selbst Erfolge von SPD-Ministern als ihre eigenen verkaufe. Das klingt mehr nach Neid als nach berechtigter Klage. Den Sozialdemokraten bleibt es schließlich unbenommen, ihre Erfolge in der Regierung auch offensiv zu vermarkten. Gerade der Parteichef hat in letzter Zeit allerdings viel unternommen, um genau dies zu verhindern. Mit dem Schwenk beim Arbeitslosengeld I hat er gerade nicht die Erfolge der SPD-Arbeitsmarktpolitik in den Mittelpunkt gestellt, sondern sie als ungerecht gebrandmarkt. Das Thema Mindestlöhne, das Müntefering zum Wahlkampfschlager aufgebaut hatte, ist völlig in den Hintergrund gedrängt worden. Die Selbstzerfleischung und Nabelschau der SPD kann Beck nicht der Kanzlerin in die Schuhe schieben. Sie schaden dem Ansehen der SPD gewiss mehr als geschickte Vermarktung seitens Merkel & Co.

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