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Länderübergreifender Einsatz : SEK beendet vorgetäuschte Entführung

vom

Großeinsatz für die Polizei in MV und Niedersachsen: Ein Mann hatte bei zwei Schweriner Familien angerufen und erzählt, dass er ein neunjähriges Mädchen entführt habe. Bei seiner Festnahme kam es zu einem Zwischenfall.

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erstellt am 14.Dez.2012 | 08:18 Uhr

Schwerin/Stelle | Großeinsatz für die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen: Ein 32-jähriger Mann aus dem niedersächsischen Stelle bei Hamburg täuschte am Donnerstagmorgen eine Entführung vor.

Gegen 9.30 Uhr rief der Mann mehrfach bei zwei Familien in Schwerin an und erzählte, er habe ein neunjähriges Mädchen in seiner Gewalt. Die Telefonnummern hatte er offenbar wahllos ausgesucht. "Nach dem Inhalt der Telefonate musste von einer ernsten Gefahr für Leben und Gesundheit des Kindes ausgegangen werden", sagte Isabel Wenzel, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Rostock.

Auch ohne eine Vermisstenmeldung nahm die Polizei den Anruf ernst und versuchte den vermeintlichen Entführer zu identifizieren. Das Problem: Es gab kaum Anhaltspunkte. "Die Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen konzentrierten sich darauf, den Anschluss zu finden, von dem die Telefonate geführt wurden", so Isabel Wenzel.

Im Laufe des Tages gelang es, den Fahndern in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Niedersachsen den Wohnort des Anrufers zu ermitteln.

Gegen 22 Uhr schlug die Polizei zu. Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern nahmen den mutmaßlichen Anrufer vor seiner Wohnung fest.

"In der ersten Vernehmung nach der Festnahme räumte der Tatverdächtige ein, die Telefonate geführt zu haben. Auch den von den Zeugen beschriebenen Inhalt der Telefonate bestätigte er weitgehend", berichtete die Polizeispercherin. Das angeblich entführte Mädchen wurde nicht gefunden. Der Festgenommene sagte, es gäbe keine Entführung. Er habe während der Anrufe unter Drogen gestanden

Bei der Festnahme kam es zu einem unvorhersehbaren Zwischenfall. Ein freilaufender Kampfhund hatte die Menschen am Einsatzort angegriffen und wurde von einem SEK-Beamten in Notwehr erschossen, berichtete die Polizei. Das Tier habe aber nicht dem angeblichen Entführer, sondern einer Frau gehört, die den Hund ohne Leine herumlaufen ließ.

Die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten wird mit Gefängnis bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet.

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