zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

16. Dezember 2017 | 19:51 Uhr

Seidel legt neuen Hilfsfonds auf

vom

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2010 | 06:45 Uhr

Schwerin | Hilfspaket für die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern: Mit einem Zehn-Millionen-Euro-Programm will Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) dem verarbeitenden Gewerbe und dem Handwerk im Nordosten unter die Arme greifen. In seinem Ressort wird derzeit an einem neuen Konjunkturprogramm gearbeitet, das noch Ende August aufgelegt werden soll, heißt es in Schweriner Regierungskreisen. Seidel werde das Paket im September vorstellen. Das Programm solle sowohl vom Bund als auch vom Land finanziert werden.

Berlin hatte Ende vergangenen Jahres zusätzliche Millionen für die Förderung von Investitionen in Aussicht gestellt, da andere Bundesländer die entsprechenden Mittel nicht abgerufen hatten. Inklusive des vom Land zu finanzierenden Anteils waren damals 13,3 Millionen Euro für zusätzliche Projekte im Gespräch. Für die Finanzierung des Landesanteils will Wirtschaftsminister Seidel nun innerhalb seines Haushalts nicht genutzte Mittel aus anderen Programmen umschichten.

Im Rahmen des Konjunkturprogramms I hatte Mecklenburg-Vorpommern bereits 26 Millionen Euro zusätzlich als Sonderprogramm zur Verfügung. Daraus waren 17 Infrastrukturprojekte mit insgesamt 14 Millionen Euro und für 12 gewerbliche Projekte mit 11,9 Millionen Euro gefördert worden. Zusätzlich hatte das Land ein 10-Punkte-Programm aufgelegt und unter anderem zur Beschleunigung von Infrastrukturvorhaben bestehende Förderprogramme um 59 Millionen Euro aufgestockt. Gleichzeitig weitete das Land das Darlehensprogramm aus und erhöhte den Rahmen für Kleinkredite auf 500 000 Euro.

Das Handwerk begrüßte die zusätzlichen Finanzhilfen. Damit sollte sowohl der Einsatz neuer Technologien gefördert werden, sagte Claudia Alder, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern in Rostock. Vor allem aber sollten die zusätzlichen Gelder für die berufliche Nachwuchssicherung eingesetzt werden. Das Handwerk bekommt bereits jetzt den drastischen Rückgang der Lehrstellenbewerber zu spüren. Kurz vor Beginn des neuen Lehrjahres waren in den Unternehmen noch 570 Ausbildungsplätze nicht besetzt gewesen. "Jedes Förderprogramm, das dazu dient, junge Leute im Land zu halten, ist richtig", sagte Alder. Das neue Hilfspaket solle die Handwerker auch bei der Unternehmensnachfolge und bei der Ausbildung von Meistern unterstützen. In den nächsten Jahren werde in jedem dritten Betrieb ein neuer Chef gesucht. Jede Hilfe dabei komme dem ganzen Land zugute, meinte Alder. "Das sichert Arbeitsplätze." Die etwa 20 000 Handwerksbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigen etwa 95 000 Mitarbeiter. Jeder vierte Auszubildende und etwa jeder vierte Existenzgründer zählt zum Handwerk.

Zusätzlich kann das Handwerk auf Förderung für den Einsatz neuer Technologien hoffen. Damit sollen den vorwiegend auf die Region ausgerichteten Unternehmen geholfen werden, in Mecklenburg-Vorpommern Marktni schen zu erschließen, sagte Kammerchefin Alder.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen