Werbekampagne : Sei mein Lehrer…

Seit 2014 versucht das Land, mit ausgefallenen Motiven und einem Online-Bewerbungsverfahren Pädagogen aus anderen Bundesländern anzulocken

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19. September 2017, 11:45 Uhr

„Sei mein Lehrer, wenn du rechnen kannst“. Dieser Slogan stieß manchen vor den Kopf, erfüllte aber seinen Zweck: Er erregte Aufmerksamkeit. Inzwischen ist die Lehrerwerbekampagne des Landes etwas zahmer geworden: „Sei mein/e Lehrer/-in, wenn du Meer hören willst“, kann man aktuell lesen. Noch für diesen Herbst stellt die Sprecherin des Schweriner Bildungsministeriums, Kathrin Siegert, allerdings andere Slogans in Aussicht. Die Kampagne bekommt einen neuen Look, verspricht sie. Man darf gespannt sein.

Seit dem Frühjahr 2014 macht das Land mit eingängigen Anzeigenmotiven in überregionalen Medien, zunehmend aber auch online und auf Facebook auf den Lehrerberuf in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam.

„Die Kampagne ist langfristig – zunächst bis zum Jahr 2020 – angelegt und fußt auf zwei Säulen: Zum einen will sie auf das attraktive Angebot an freien Lehrerstellen hinweisen. Zum anderen zeigt sie auf, dass sich an den Schulen in den vergangenen Jahren viel getan hat. Heute stehen pro Jahr über 60 Millionen Euro für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte und für bessere Lernbedingungen der Schülerinnen und Schüler zusätzlich zur Verfügung, so Siegert. Und mit der 2014 eingeführten Möglichkeit, junge Lehrerinnen und Lehrer bis zu einer Altersgrenze von 40 Jahren zu verbeamten, könne das Land im Wettbewerb um Pädagogen durchaus mithalten. „Die Verbeamtung ist ein entscheidendes Kriterium für junge Leute, damit sie sich überhaupt auf eine ausgeschriebene Lehrerstelle bewerben“, betont Siegert.

Interessenten schätzen vor allem die Online-Stellenbörse, die Teil der Kampagne ist. Bewerberinnen und Bewerber können sich im Portal online bewerben oder eine Bewerbung direkt per E-Mail oder per Post an die Wunschschule senden. Lehrerinnen und Lehrer können sich hierzulande also aussuchen, wo genau sie sich bewerben. Dieses zielgerichtete Verfahren unterscheidet sich von Stellenbesetzungsverfahren anderer Länder. Gestern waren in der Börse 96 Lehrerstellen ausgeschrieben, davon 59 unbefristet. 406 Stellen gab es für Referendare.

Aus Sicht des Bildungsministeriums ist der Erfolg der Kampagne belegbar: „Zum Schuljahr 2014/2015 haben wir mit 575 Lehrerinnen und Lehrern so viel Personal eingestellt wie nie zuvor in der Geschichte des Landes“, betont Sprecherin Kathrin Siegert. „Und in diesem Schuljahr haben wir mit 408 neuen Lehrerinnen und Lehrern daran anknüpfen können. Diesen Erfolg führen wir auch auf die Werbemaßnahmen zurück.“

Die finden durchaus auch die Billigung der Opposition. Grundsätzlich sei es wichtig und richtig, dass das Land auch außerhalb seiner Grenzen um Lehrer wirbt, meint die Bildungsexpertin und Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg. Allerdings wünscht sie sich diese Werbung kontinuierlich und nicht nur zu Stoßzeiten jeweils ein paar Monate vor Schuljahresbeginn. Denn: „Jede Werbung, die gut ist, merken wir uns, weil wir sie mehrfach sehen oder hören.“ Geld dafür sei im Haushalt vorhanden, weiß die Linken-Politikerin.

Wichtig sei zudem, dass das Land auch die Voraussetzungen dafür schafft, dass Lehrer aus anderen Bundesländern – insbesondere verbeamtete – nach MV wechseln können. „Dazu müssen das Beamtenrecht geändert und bereits vorhandene Spielräume besser genutzt werden“, fordert Oldenburg.

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