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Marina Hohen Wieschendorf : Segelparadies oder Millionengrab?

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Zu Saisonbeginn im Mai sollte die Marina Hohen Wieschendorf ihren Betrieb aufnehmen. Im Mai 2012, wohlgemerkt. Doch im angepriesenen Segelparadies herrscht auch anderthalb Jahre später noch immer weitgehend Flaute.

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erstellt am 05.Jun.2013 | 01:35 Uhr

Wismar | Es wäre zu schön gewesen: Boote schaukeln im Hafen, Urlauber flanieren am Stand und beleben das idyllisch gelegene Areal an der Wismar-Bucht. Zu schön, um wahr zu sein? Zu Saisonbeginn im Mai sollte die Marina Hohen Wieschendorf ihren Betrieb aufnehmen. Im Mai 2012, wohlgemerkt. So hatten es die neuen Besitzer auf einer Pressekonferenz Ende 2011 in Aussicht gestellt. Doch im angepriesenen Segelparadies herrscht auch anderthalb Jahre später noch immer weitgehend Flaute. Die HoWiDo GmbH um Investor Oliver Soini hat zwar mit Arbeiten an den Außenanlagen begonnen, Anschlüsse erneuert und Wasserleitungen gelegt.

Da kommt die nächste Schreckensmeldung: Anfang der Woche verhängte der Landkreis Nordwestmecklenburg einen Baustopp. Die Begründung: Es fehle ein gültiger Bebauungsplan für das Yachthafengelände. Knackpunkt ist dabei offenbar der sogenannte städtebauliche Durchführungsvertrag, der bestimmte Details regelt. Den müssen die zuständige Gemeinde Hohenkirchen und der Investor abschließen.

Der Landkreis zeigt sich verwundert, dass der Vertrag auch anderthalb Jahre nach dem Verkauf noch immer nicht zustande gekommen ist. Aus Sicht der Gemeinde fehlten bis vor kurzem noch wichtige Unterlagen des Investors. Nun sind laut Bürgermeister Jürgen Mevius zwar noch kurzfristig Dokumente vorgelegt worden. Die müssten nun aber erst geprüft werden.

Unabhängig davon will die Gemeindevertretung heute entscheiden, ob der Bebauungsplan für die Marina nun aufgehoben wird oder nicht. Dann gebe es kein Baurecht mehr. Das endgültige Aus für das Projekt? "Das wäre für alle eine Katastrophe", betont der Bürgermeister.

"Die Investoren hat der Baustopp völlig überrascht", sagt HoWiDo-Anwältin Annemarie Homann-Trieps. Sie spricht von einem "Kommunikationsproblem" zwischen Gemeinde und Eigentümern. "Wir werden jetzt aktiv auf die Gemeinde zugehen", versprach sie. Die "Finanzierungszusage" - eine der notwendigen Unterlagen, die der Gemeinde noch fehlten - sei nun vorgelegt worden, wenn auch gerade erst. Darin versichere ein renommiertes Kreditinstitut, dass die Investoren wirtschaftlich in der Lage sind, das Projekt auszuführen. Damit dürfte ihren Worten nach die letzte Hürde für die Fertigstellung des Geländes mit 21 Ferienhäusern aus dem Weg geräumt sein.

Die Hafenanlage selbst mit dem Anleger sei kürzlich an einen anderen Investor, die Marina Hafen Hohen Wieschendorf GmbH & Co. KG, verkauft worden. Für die insgesamt rund 100 Ferienwohnungen direkt an der Ostsee gibt es laut Homann-Trieps großes Interesse. Sie sollen nach Beendigung der Bauarbeiten an private Anleger verkauft werden.

Das Yachthafen-Gelände war vom Vorbesitzer fast fertiggestellt worden. Der ging 2005 pleite und wurde später wegen Subventionsbetruges verurteilt. Die Bauruine lag jahrelang brach. Nach mehreren gescheiterten Zwangsversteigerungen war der Yachthafen Hohen Wieschendorf 2011 an die neu gegründete HoWiDo GmbH verkauft worden. Die Investoren wollten etwa zehn Millionen Euro in die Fertigstellung der Marina investieren.

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