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MV auf der Wassersportmesse : Segeln, paddeln, Urlaub im Hausboot

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In kaum einer anderen Region Deutschlands kommen Freunde des Wassersports so auf ihre Kosten wie in MV. Das will das Land auch zeigen und wirbt auf einer Fachmessen in Leipzig um Besucher.

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Tourismusverbände und Bootsverleiher aus Mecklenburg-Vorpommern rühren auf der Wassersportmesse „Beach&Boat“ in Leipzig die Werbetrommel für die bevorstehende Reisesaison. Der mitteldeutsche Raum sei einer der wichtigsten Quellmärkte für das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern. Etwa jeder fünfte Gast komme aus Sachsen oder Sachsen-Anhalt, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Bernd Fischer. Bis Sonntag suchen er sowie Vertreter regionaler Fremdenverkehrsverbände und von Charterunternehmen aus der Müritzregion den direkten Kontakt zu den potenziellen Besuchern.

Fischer zeigte sich überzeugt, dass der Bade- und Bootstourismus weiter an Bedeutung gewinnt: „Das Erlebnis Wasser schlägt das Erlebnis Berge.“ Das sei einer der Trends im Tourismus für die kommenden Jahre, sagte er unter Hinweis auf Studienergebnisse der Forschungsgruppe Urlaub und Reisen. Demnach gaben acht von zehn Befragten an, sich für Wasseraktivitäten wie Surfen, Kanufahren oder Segeln zu interessieren. Knapp 40 Prozent planten für die kommenden Jahre Urlaub am oder auf dem Wasser. Um möglichst viele dieser Interessenten nach Mecklenburg-Vorpommern zu locken, werbe das Land auf den einschlägigen Messen in Leipzig, Düsseldorf und Hamburg.

Hintergrund: Wassersporttourismus in MV

Mecklenburg-Vorpommern gilt wegen seines Wasserreichtums als wichtigstes Reiseziel in Deutschland für Badegäste, Wassersportler, Freizeitkapitäne und Angler. Von den fast 2000 Kilometern Ostseeküste ist ein Großteil zum Baden geeignet. Besonders beliebt sind die Strände auf Rügen, Usedom, Hiddensee und der Halbinsel Darß-Zingst, sowie vor Boltenhagen, Kühlungsborn und Warnemünde.

Außerdem bieten viele der gut 2000 Binnenseen und Teile der mehr als 26 000 Kilometer langen Fließgewässer unzählige Freizeitmöglichkeiten. In MV gibt es 350 Marinas, Sportboothäfen und Wasserwanderrastplätze mit rund 22 000 Liegeplätzen. Gut die Hälfte davon befindet sich an der Küste. Jährlich besuchen etwa 150 000 Wassersportler das Land. Hinzu kommen Millionen an Badeurlaubern.

Rund 1400 Wassertourismusunternehmen mit gut 7100 Beschäftigten unterbreiten ihre Angebote und erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von mehr als 470 Millionen Euro. Land, Bund und EU unterstützten den Auf- und Ausbau der maritimen Infrastruktur seit 1990 bislang mit insgesamt rund 500 Millionen Euro.

 

In Leipzig mit einem eigenen Stand dabei ist etwa das Charterunternehmen Müritz-Yacht-Management aus Rechlin (Mecklenburgische Seenplatte). Ein Großteil der jährlich rund 6000 Gäste, die bei ihm Boote anmieten, komme aus Mitteldeutschland, sagte Firmeninhaber Andreas Marz. Deshalb sei die Präsenz in Leipzig wichtig. Außerdem verspricht sich Marz Absatz unter anderem für die in der eigenen Werkstatt hergestellten Kleinboote. „Wir haben Boote im Sortiment, die für Nutzer in der neuen Seenlandschaft der früheren Tagebauregion sehr interessant sind“, sagte er.

Die „Beach&Boat“ ist eine von drei derzeit in Leipzig laufenden Messen. Auf rund 15 000 Quadratmetern präsentieren 140 Aussteller Ausrüstung, Zubehör und Dienstleistungen rund um den Wassersport. Zur größten Wassersportmesse Mitteldeutschlands werden von Donnerstag bis Sonntag rund 20 000 Besucher erwartet.

Im Rahmen der Messe findet auch der 9. Seenlandkongresses statt. Wie Bernd Fischer sagte, werden sich dabei Fachleute mit dem kürzlich vom Bundeskabinett beschlossenen Programm „Blaues Band“ befassen, das stark auf die Renaturierung von Teilen der Bundeswasserstraßen zielt.„Wichtig ist es, diesen Prozess auch in Zusammenarbeit der Partner zu gestalten, die im Wassertourismus ihre Einkommen erzielen“, betonte Fischer. Booteverleiher befürchten erhebliche Einschränkungen.

Der Schweriner Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph mahnte weitere Investitionen in dem Segment an. „Der Wassertourismus ist in Mecklenburg-Vorpommern einer der touristischen Hauptmärkte“, sagte er. Investitionen „mit Augenmaß“ an den richtigen Standorten seien weiter erforderlich. Er sicherte dabei Kommunen und touristischen Unternehmen die Unterstützung des Ministeriums zu.

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