Segelflieger stürzt beim Start ab

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Rövershagen müssen den Verunglückten mit einer Rettungsschere aus dem Wrack befreien. Foto: Feuerwehr Rövershagen
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Rövershagen müssen den Verunglückten mit einer Rettungsschere aus dem Wrack befreien. Foto: Feuerwehr Rövershagen

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15. Juli 2012, 07:17 Uhr

Purkshof | Sonnenschein und gute Windverhältnisse: Der gestrige Sonntag eignete sich ideal für einen Rundflug über Rostock. Zu einem solchen startete auch ein 40-jähriger Bad Doberaner vom Flughafen Purkshof aus - mit katastrophalen Folgen. Als er mit seinem Segelflugzeug "PIK 20 D" gerade aufstieg, bemerkte der Pilot einen technischen Defekt seines Höhensteuergerätes. Der Mann entschied, den Aufstieg abzubrechen und sich aus dem Schleppseil auszuklinken. Er wollte die Absturzhöhe so gering wie möglich halten, doch er war bereits 30 Meter hoch in der Luft.

Aus dieser Höhe stürzte der Pilot auf die Landebahn. "Beim Aufschlag ist die Kabinenhaube abgerissen. Danach hat sich das Flugzeug noch mal gedreht, wobei das Steuerruder am Heck abbrach", sagt Olaf Bliß. Der Rövershäger ist Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und wurde zur technischen Hilfeleistung alarmiert. "Der Pilot war in der Kabine eingeklemmt. Wir haben ihn dann mit der Rettungsschere befreien können", so Bliß. Insgesamt 17 Feuerwehrleute aus Rövershagen und Mönchhagen waren eine Stunde lang im Einsatz, um den Verunglückten zu retten.

Nach Angaben der Polizei war der Pilot noch ansprechbar und konnte nach dem Absturz einige Angaben zum Unfallhergang machen. Doch seine Verletzungen waren so schwer, dass er mit dem Rettungshubschrauber in die Universitätsklinik Rostock gebracht wurde. Gegen 16 Uhr hob der Heli ab.

Auf dem Flugplatz Purkshof zeigten sich die Anwesenden bestürzt über das Unglück. Niemand wollte sich zum Unfall äußern, die Türen zum Gelände wurden nach Eintreffen aller Rettungskräfte verriegelt. Als Sichtschutz vor Schaulustigen wurde ein Anhänger vor die Unfallmaschine geschoben. Man hoffe für den Pilot das Beste, sagte einer der Anwesenden.

Welcher Art die Verletzungen des Unfallopfers sind, darüber wurden gestern keine näheren Angaben gemacht. Möglicherweise sei durch den heftigen Aufprall die Wirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen worden, mutmaßte einer der Rettungskräfte. Neben den beiden Feuerwehren und der Polizei waren der Rettungshubschrauber der Johanniter im Einsatz sowie ein weiterer Helikopter, der den Notarzt nach Purkshof brachte. Die Unfallstelle wurde durch die Beamten abgesperrt. Neben der Kriminalpolizei hat auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen die Ermittlungen aufgenommen, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

Der Flughafen in Purkshof wird vom Fliegerclub Rostock betrieben. Der Verein selbst besitzt zurzeit zwölf Flugzeuge, davon neun Segel- und zwei Motorsegler sowie ein Motorflugzeug. Neben dem Luftsportbetrieb der Mitglieder bildet der Verein auch Hobby-Piloten aus.

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