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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 18:46 Uhr

Badesaison startet : Seepferdchen für alle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Badesaison startet mit ausgezeichneten Wasserwerten – dennoch warnen Experten auch vor Gefahren

von
erstellt am 20.Mai.2015 | 20:51 Uhr

28 Tote – das ist die traurige Bilanz der Badeunfälle des vergangenen Jahres allein in Mecklenburg-Vorpommern. Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) hat nun, gemeinsam mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), ein ganzes Paket an Projekten auf den Weg gebracht, um an MV’s Stränden für mehr Sicherheit zu sorgen.

„Die Badesaison ist bereits eröffnet. Ich habe schon den ersten Schwimmer gesehen“, erzählt Hesse. Von der Wasserqualität spricht auch nichts gegen den Badespaß. Diese sei in MV insgesamt als sehr gut zu bewerten, so die Ministerin: „Wir haben 495 Badestellen im Land. 441 von ihnen wurden als ‚ausgezeichnet‘ und 35 als ‚gut‘ eingestuft.“ Alle vier Wochen würden die Gesundheitsämter die Gewässer zum Beispiel auf Enterokokken und E.coli-Viren überprüft. Die aktuellen Messwerte sind im Internet unter www.badewasser-mv.de abrufbar.

Dennoch lauern in den Gewässern auch Gefahren. Die Vibrionen, natürliche Bakterien in der Ostsee, hatten im vergangenen Jahr ein Todesopfer zur Folge. Sieben Personen erlitten starke Wundinfektionen, die auch zu Amputationen führten. Dennoch beruhigt Hesse: „Die Bakterien sind nichts, wovor man sich generell Sorgen muss, da schwere Erkrankungen nicht die Regel sind.“ Aufklärung statt Abschreckung sei die Devise. Eine neue Broschüre der norddeutschen Küstenländer soll nun Badegäste über Vibrionen, Cyanobakterien, Nesselquallen und andere Risiken informieren.

Mehr Aufklärung wünscht sich auch Armin Jäger von der DLRG. Er sieht die Gefahren vor allem in der zurückgehenden Schwimmfähigkeit. „50 Prozent der Kinder können nach Abschluss der Grundschule nicht richtig schwimmen“, betont er. Das Problem sei zum einen die mangelnde Anzahl an Schwimmlehrern im Land. Zum anderen hätten Grundschulen Jägers Auffassung nach nicht genug Möglichkeiten Schwimmunterricht durchzuführen. Seine Lösung: „Seepferdchen für alle. Erzieher, Lehrer oder auch Tagesmütter können bei uns einen Kurs machen, der sie befähigt eine Seepferdchenprüfung abzunehmen“, erklärt er.

Innerhalb von zwei Monaten würden die Kursteilnehmer das Rüstzeug dafür lernen. Birgit Hesse appelliert, dass auch Eltern beim Thema Schwimmbefähigung mehr Engagement zeigen sollen: „Sie sind verpflichtet, dass Kinder richtig schwimmen können. Gerade an der Ostsee“, betont sie.

Wenn es doch einmal brenzlich wird, sind in MV annähernd 1500 Rettungsschwimmer im Einsatz. Um den Bedarf zu decken, wirbt die DLRG derzeit bundesweit mit der Aktion „Wir retten deine Ferien“ um gute Schwimmer ab 15 Jahren. Sie können in den Ferien in einem ein- bis zweiwöchigen Intensivkurs eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer machen.

„Die Rettungsschwimmer machen eine tolle Arbeit. Leider sind ihre Warnungen in den letzten Jahren oft nicht auf Beachtung gestoßen“, bedauert Jäger und ergänzt: „Jeder, der trotz Warnung ins Wasser geht, bringt auch das Leben des Rettungsschwimmers in Gefahr.“

 

 

 

 

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