Rostocker Forschung : Seehunde mit Zeitgefühl

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18. August 2016, 11:45 Uhr

Neueste Forschungsergebnisse beweisen: Seehunde haben ein exaktes Zeitgefühl. Die Meeressäuger könnten Zeitintervalle teils sogar im Millisekundenbereich unterscheiden, haben Wissenschaftler des Robben-Forschungszentrums der Universität Rostock in einer einjährigen Studie herausgefunden. Im Marine Science Center Rostock, eines der größten Robbenforschungszentren, enträtselte ein Team aus Biologen und Physikern die Sinnes- und Verstandes-Fähigkeiten von neun Seehunden und drei Ohrenrobben.

Die Erkenntnis, dass das Zeitgefühl der Robben gut ausgeprägt sei, weiche ab von der klassischen sinnesbiologischen Untersuchung, so die Forscher. Zeit sei kein Reiz, wie etwa ein optischer Reiz. Das Zeitempfinden sei jedoch für die Tiere von großer Bedeutung. So müssten sie bei der Futtersuche und Orientierung einschätzen können, wie lange sie schon unterwegs waren oder welche Strecke sie in welcher Zeit zurückgelegt haben. Zeit spiele vermutlich für Robben auch deshalb eine entscheidende Rolle, weil es in ihrem Lebensraum nur wenig andere Reize gibt.

Für das Experiment legte der Seehund seinen Kopf in einen Ring. Darin verharrte er in einer Ruheposition, während ihm ein Zeitintervall präsentiert wurde - markiert durch einen weißen Kreis, der für eine vorprogrammierte Zeit auf einem Computerbildschirm erschien. Mit dem Antippen einer Kugel auf der linken oder auf der rechten Seite des Ringes signalisierte der Seehund, ob das Signal das konstante oder längere Zeitintervall war.

Wurde ihm das konstante Zeitintervall gezeigt, bewegte er seinen Kopf auf die linke Seite. Wurde ihm ein längerer Zeitreiz angeboten, musste er seinen Kopf auf die rechte Seite bewegen. Für eine richtige Entscheidung wurde der Seehund mit einem Fisch belohnt.

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